Von Jahrhundert zu Jahrhundert wächst den Menschen ihr gemeinsamer Erfahrungsbestand — ein eiserner Bestand, in dem sie eine immer solidere Einheit über alles Schwankende des Individuums hinaus bilden.
Unablässig fallen Millionen von Individuen ab. Aber das Gemeinsame scheint unsterblich, diese ideale Einheit paralleler Erlebnisse in soviel Köpfen in soviel Jahrhunderten.
Immer mehr streckt sich ihr Gigantenleib, der Einzelne scheint nur noch wie ein Punkt in ihr zu schwimmen, — in der „Wirklichkeit“, diesem kolossalen Komplex aller gemeinsamen Erlebnisse der Kulturmenschen von sieben oder acht Jahrtausenden.
Diese Wirklichkeit ist es, von der das neunzehnte Jahrhundert beherrscht wird.
Und zwar stärker beherrscht als irgendein Jahrhundert zuvor, — als sei ein durch die Jahrtausende rollender Schneeball endlich zur Lawine geworden.
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Zwei Linien der Entwickelung arbeiteten sich dazu in die Hände.
Seit rund nun vier Jahrhunderten war die eine in ein verstärktes Tempo geraten.
Man muß über das achtzehnte Jahrhundert noch weit zurück, um sie in ihrem Urstamm zu fassen.
Es ist wieder in den Tagen des Columbus, und von denen zunächst heraufwachsend bis auf die Zeit etwa, da Galilei beobachtet. In dieser Epoche vollzieht sich für die Menschheit ein grundlegend Neues.