Sein Embryo im Mutterleibe, der heute noch die Kiemenbogen des Fisches, das Wollkleid, die spitzen Ohren und den Schwanz des niederen Säugetieres wiederholt, steht im Museum.
Greifbar zieht ein Forscher gar aus einem Flußbett Javas die Hirnschale und den Schenkelknochen des Pithekanthropus, der halb Gibbonaffe und halb Mensch vor mehr als einer halben Million Jahren gewesen ist. An der Stätte, wo Goethe gewandelt ist, dicht bei Weimar, in den Kalktuffen der Ilm, speit der Boden Steinwerkzeuge aus, gemischt mit den von Menschenhand bearbeiteten Knochen des Elefanten und des Rhinoceros. Auf dem Felsen von Rüdersdorf folgt die Hand der Glättung und Ritzung des Gesteines, die dem alten Riesengletscher jener Eiszeit verdankt werden.
Nicht eine Hand bloß, von der dann die Tradition allein bleiben müßte wie einst von den Gesichten des mosaischen Schöpfungsdichters.
Hundert, Millionen Hände, immer wieder, wenn sie sich bloß die Mühe machen wollen.
Von „Wirklichkeiten“ ist diese neue Schöpfungsgeschichte umspannt, umklammert wie von einer Eisenhand.
Von Wirklichkeiten in eine ganz bestimmte, nicht mehr erschütterbare Gestalt gepreßt, schreitet der Mensch aus dem neunzehnten Jahrhundert.
Eine Kette klirrt hinter ihm her aus diesen Wirklichkeiten, eine eherne Nabelschnur, die ihn, wohin er auch schreite und was er nun sei, fortan rückwärts angeschmiedet hält an einem ungeheueren weltallsschweren Granitblock übereinstimmender Erlebnisse der Menschheit selbst über ihren Ursprung.
Ein Jahrhundert, das einen solchen Triumph mit der Wirklichkeit erlebt hatte — ist es ein Wunder, wenn es allmählich wie in Ekstase geriet vor diesem Begriffe?
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Es läßt sich sehr gut verfolgen, wie das Jahrhundert zwei Phasen in sich durchläuft, was diesen Punkt anbelangt.