Die Natur hätte keine anderen Augen als unsere Menschenaugen — aber mit denen sähe sie auch wirklich, sähe nicht bloß durch sie durch. Und zu diesen Augen gehörte auch der Geist Goethes und Rafaels und Beethovens, der Geist der großen Religionsstifter und Weltdeuter, der Geist der Forscher, die unsere Technik geschaffen, und der Geist derer, die das Evangelium von der Liebe gepredigt haben und gelehrt haben, daß alle Technik nur einen Sinn habe, wenn sie in der Hand der Liebe und des Ideals sei, Liebe und die Sehnsucht nach dem Ideal zu säen, so weit der willige Automat des elektrischen Funkens für uns fliegt.

Wieder schnarrte das Signal da oben.

Ich aber dachte jetzt, wie dieser Metallstab wohl auch kein Ausgestoßener der Welt sei, sondern ein unveräußerliches Stück Natur.

War er heute auch nicht das Pfingstauge, in dem das elementare Lichtfeld zu den Sternen und zu der Weltliebe sah — wer weiß, wozu seine Metallmoleküle heute schliefen.

Vielleicht, wenn diese Gehirnmoleküle der Menschheit ausgerungen in Leid und Liebe, in dem großen, aber auch so furchtbar schweren Kampfe um das Ideal, wenn sie trüb geworden als Auge der Natur — wer wußte, wohin diese elementare Natur dann wandern würde mit ihrem Lichtfeld, ihrem Sehnsuchtsfeld, wo sie diesen Metallstab und die jubelnde grüne Flamme dieses Birkenbusches auferstehen lassen würde aus dem Automatischen ins Geisthelle hinein, damit sie in den Sternen läsen und um Liebe kämpften, wie einst wir — die wir dann vielleicht auf Äonen in irgendeiner stillen Versorgung des Automatischen ruhten, einem abermals neuen Rufe ins Aufmerksamkeitsfeld des Bewußtseins bereit.

Ob unsere Zeit den Frieden einer solchen Weltanschauung finden wird, den Frieden ihres Doppelerbes?

Aus den Kiefern tönte das leise Zirpen der Finken.

Diese Naturstille war vielleicht die Antwort.

Frieden ist nur im Automatischen.

Wir sollen kämpfen.