Er ist gewissermaßen die exakte naturwissenschaftliche Formel für jenes große Massenbild unserer Lebenserfahrungen.

Die stärksten Geister der neueren Zeit haben gerungen, diesen Begriff zu klären, zu festigen als Formel, und sie haben damit allerdings jener zunächst intuitiv erlebten Weltanschauung einen Bewußtseinsausdruck gegeben, der heute leicht als ihre festeste Säule erscheinen kann.

Diese Naturgesetzlichkeit ist es, auf der sich Goethes Idee von der Gott-Natur erhebt, und von der Fechner gesagt hat, daß sie der einzige strenge Beweis vom Dasein Gottes sei; auch er meinte natürlich Gott im Sinne der einheitlichen Gott-Natur, und seinem klaren Denkerkopf mußte folgerichtig das „Wunder“ umgekehrt als Beweis erscheinen, daß es keinen Gott, d. h. keine Einheit in der Welt gebe.

Das alles steht vor Darwin, wie Newton und Galilei vor Darwin stehen und so viele, die für diesen Begriff der Naturgesetzlichkeit gelebt, gefochten, geblutet haben.

Erst auf einem weiten Wege von da komme ich zu Darwin und ich komme zu ihm mit einer im Prinzip bereits vollkommen fertigen Weltanschauung, an der er im Ganzen nichts mehr ab-, noch zutun kann.

Zweifeln wir doch nicht: er selber ist an seine eigenen Spezialgedanken über Entwickelung der Tiere und Pflanzen auch schon seiner Zeit ebenso damit herangekommen als echt moderner Mensch.

Seine Idee war, einen Gedanken, den das Leben und all sein Wissen ihm sonst genugsam eingepaukt hatten, auch in eine Spezialecke zu treiben, wo man sich ihm durch eine sonderbare Konstellation der Dinge bisher hartnäckig verschlossen hatte: nämlich in die Entstehung der wechselnden Tier- und Pflanzenarten auf Erden bis zur Tierart Mensch herauf.

Zweierlei hat er dann versucht, und im Prinzip also jedenfalls versucht im Sinne und zu Gunsten einer monistischen Entwickelungs-Weltanschauung, wenn auch keineswegs als erstes Fundament einer solchen im Menschheitsdenken.

Zunächst hat er versucht, die natürliche Entstehung der Tier- und Pflanzenarten nicht bloß als allgemeine Weltanschauungs-Folgerung zu behaupten, sondern sie in sich so reinlich herauszuarbeiten, daß sie schließlich selber als Exempel für die ganze Allgemeinidee gelten und wirken könnte.

Dann hat er im notgedrungenen Zusammenhang damit einen höheren naturgesetzlichen Zusammenhalt gesucht, der als „Gesetz“ diese biologische Entwickelungslinie beherrscht und gelenkt haben könnte; das war für sein Vermuten die natürliche Selektion oder Zuchtwahl.