Die Tante winkt, die Tante lacht:
He, Fritz, komm mal herein!
Sieh, welch ein hübsches Brüderlein
Der gute Storch in letzter Nacht
Ganz heimlich der Mamma gebracht.
Ei ja, das wird dich freun!
Der Fritz der sagte kurz und grob:
Ich hol 'n dicken Stein
Und schmeiß ihn an den Kopp!
Es sprach der Fritz zu dem Papa:
Was sie nur wieder hat?
Noch gestern sagte mir Mamma:
Du fährst mit in die Stadt.
Ich hatte mich schon so gefreut
Und war so voll Pläsir.
Nun soll ich doch nicht mit, denn heut
Da heißt es: Fritz bleibt hier!
Der Vater saß im Sorgensitz.
Er sagte ernst und still:
Trau Langhals nicht, mein lieber Fritz,
Der hustet, wann er will!
Was soll ich nur von eurer Liebe glauben?
Was kriecht ihr immer so in dunkle Lauben?
Wozu das ewge Flüstern und Gemunkel?
Das scheinen höchst verdächtige Geschichten.
Und selbst die besten ehelichen Pflichten,
Von allem Thun die schönste Thätigkeit,
In Tempeln von des Priesters Hand geweiht,
Ihr hüllt sie in ein schuldbewußtes Dunkel.
Du willst sie nie und nie mehr wiedersehen?
Besinne dich, mein Herz, noch ist es Zeit.
Sie war so lieb. Verzeih, was auch geschehen.
Sonst nimmt dich wohl beim Wort die Ewigkeit
Und zwingt dich mit Gewalt zum Weitergehen
In's öde Reich der Allvergessenheit.
Du rufst und rufst; vergebens sind die Worte;
In's feste Schloß dumpfdröhnend schlägt die Pforte.