Er schenkt ein Ringlein ihr von Gold,
Daß er in allen Ehren
Sie ewig immer lieben wollt;
Da ließ sie sich bethören.
Der Müller, er war falsch von Sinn:
»Wenn ich mich thu vermählen,
So will ich mir als Müllerin
Wohl eine Reiche wählen.«
Da 's arme Mädel das vernahm,
Wird's blaß und immer blasser
Und redt nit mehr und ging und kam
Und sprang in's tiefe Wasser. —
Der Müller kümmert sich nicht viel,
Thät Hochzeitleut bestellen
Und führt mit Sang und Saitenspiel
'ne Andre zur Kapellen.
Doch als man auf die Brücke kam,
Fängts Wasser an zu wogen
Und zischt und rauscht verwundersam
Herauf bis an den Bogen.
Die weiße Wassernixe stand
Auf schaumgekrönter Welle;
Sie hält in ihrer weißen Hand
Von Gold ein Ringlein helle.
Du Falscher, deine Zeit ist aus!
Bereite dich geschwinde!
Dich ruft hinab in's kalte Haus
Die Mutter mit dem Kinde.
Wärst du ein Bächlein, ich ein Bach,
So eilt ich dir geschwinde nach.
Und wenn ich dich gefunden hätt'
In deinem Blumenuferbett:
Wie wollt ich mich in dich ergießen
Und ganz mit dir zusammenfließen,
Du vielgeliebtes Mädchen du!
Dann strömten wir bei Nacht und Tage
Vereint in süßem Wellenschlage
Dem Meere zu.