Kein Wetter kann uns verdrießen.
Mein Liebchen, ich und du,
Wir halten uns warm und schließen
Hübsch feste die Thüren zu.
Was das Großmütterlein sang.
Surre surre surre!
Mein gutes Rädchen schnurre!
Für unser kleines Kätchen
Dreh mir ein feines Fädchen
So lang von hier bis Köllen
Wohl mehr als tausend Ellen.
Wir wollen es winden
Und Docken von binden,
Meister Weber es geben,
Soll Leinen uns weben,
Das breiten wir beide
Auf blumige Heide
Auf Anger und Wiesen
Und wollen es sonnen
Benetzen und gießen
Aus Bächen und Bronnen.
Ach, komm du lieber Sonnenschein
Und bleiche unser Leinen rein.
Dann kriegt mein Herzenstäubchen
Wohl manch ein feines Hemd
Und Tüchlein oder Häubchen,
Bis daß der Freier kömmt.
Schön guten Tag, Herr Freiersmann!
Was schaut er so mein Kätchen an?
Das Kätchen geben wir nicht her,
Und wenn's für Tausend Thaler wär.
Ei, Mutter, nur nicht gleich geschmält!
Den hübschen jungen Knaben
Den will und muß ich haben;
Den Krauskopf, den Krauskopf
Hab ich mir auserwählt.
Und willst du denn ein Bräutchen sein,
So geb ich meinen Segen drein.
So manches Blümlein wachsen mag
Von Ostern bis Michelistag,
So manches Körnlein, als man sät,
So mancher Halm in Aehren steht,
So vielmal Gutes wünsch ich dir
Aus meines Herzens Grund herfür.
Und wenn die Pfeifen klingen,
Dann tanzen wir und springen;
Dann spring ich wohl und tanz ich
Von Danzig bis nach Nanzig –
Knipp knapp!
Da reißt mein Faden ab!
Am Vorabend von Rosens Geburtstag.
Lauschend am Fenster sitzt der Poet. –
Draußen die Blumen und Pflänzchen
Halten ihr Abendkränzchen
Auf dem Gartenbeet.
Der Mond in Silberlivree,
Leise geschäftig,
Kredenzt den Thau, den Blüthenthee,
Anregend und kräftig.
Und von Kelch zu Kelche
Geht ein Geflüster:
Also morgen ist er!
Frau Ehrenpreis (Veronika).