"Philister", rief ihm keuchend der Oberstallmeister zu, "hast du nicht ein kaiserlich Pferd mit Sattel und Zeug vorüberrennen sehen?"

Abner antwortete: "Der beste Galoppläufer, den es gibt; zierlich klein ist sein Huf, seine Hufeisen sind von vierzehnlötigem Silber, sein Haar leuchtet golden, gleich dem großen Sabbatleuchter in der Schule, fünfzehn Fäuste ist er hoch, sein Schweif ist drei und einen halben Fuß lang, und die Stangen seines Gebisses sind von dreiundzwanzigkarätigem Golde."

"Er ist's!" rief der Oberstallmeister.

"Er ist's!" rief der Chor der Stallknechte.

"Es ist der Emir", rief ein alter Bereiter, "ich habe es dem Prinzen Abdallah zehnmal gesagt, er solle den Emir in der Trense reiten, ich kenne den Emir, ich habe es vorausgesagt, daß er ihn abwerfen würde, und sollte ich seine Rückenschmerzen mit dem Kopf bezahlen müssen, ich habe es vorausgesagt. Aber schnell, wohinzu ist er gelaufen?"

"Habe ich doch gar kein Pferd gesehen", erwiderte Abner lächelnd, "wie kann ich sagen, wohin es gelaufen ist, des Kaisers Pferd?"

Erstaunt über diesen Widerspruch wollten die Herren vom Stalle eben weiter in Abner dringen; da kam ein anderes Ereignis dazwischen.

Durch einen sonderbaren Zufall, wie es deren so viele gibt, war gerade zu dieser Zeit auch der Leibschoßhund der Kaiserin entlaufen. Ein Haufe schwarze Sklaven kam herbeigerannt, und sie schrien schon von weitem: "Habt Ihr den Schoßhund der Kaiserin nicht gesehen?"

"Es ist kein Hund, den Ihr suchet, meine Herren", sagte Abner, "es ist eine Hündin."

"Allerdings!" rief der erste Eunuch hocherfreut. "Aline, wo bist du?"