Die vier jungen Männer aber stellte er seinem Sohne vor und lud sie ein, ihn immer zu besuchen, und es war ausgemachte Sache, daß er mit dem Schreiber lesen, mit dem Maler kleine Reisen machen sollte, daß der Kaufmann Gesang und Tanz mit ihm teile und der andere alle Vergnügungen für sie bereiten solle. Auch sie wurden reich beschenkt und traten freudig aus dem Hause des Scheik.

"Wem haben wir dies alles zu verdanken", sprachen sie untereinander, "wem anders als dem Alten? Wer hätte dies damals gedacht, als wir vor diesem Hause standen und über den Scheik loszogen?"

"Und wie leicht hätte es uns einfallen können, die Lehren des alten Mannes zu überhören", sagte ein anderer, "oder ihn gar zu verspotten? Denn er sah doch recht zerrissen und ärmlich aus, und wer könne denken, daß dies der weise Mustapha sei?" "Und wunderbar! War es nicht hier, wo wir unsere Wünsche laut werden ließen?" sprach der Schreiber. "Da wollte der eine reisen, der andere singen und tanzen, der dritte gute Gesellschaft haben und ich—Geschichten lesen und hören, und sind nicht alle unsere Wünsche in Erfüllung gegangen? Darf ich nicht alle Bücher des Scheik lesen und kaufen, was ich will?" "Und darf ich nicht seine Tafel zurichten und seine schönsten Vergnügen anordnen und selbst dabeisein?" sagte der andere.

"Und ich, so oft mich mein Herz gelüstet, Gesang und Saitenspiel zu hören oder einen Tanz zu sehen, darf ich nicht hingehen und mir seine Sklaven ausbitten?"

"Und ich", rief der Maler, "vor diesem Tage war ich arm und konnte keinen Fuß aus dieser Stadt setzen, und jetzt kann ich reisen, wohin ich will."

"Ja", sprachen sie alle, "es war doch gut, daß wir dem Alten folgten, wer weiß, was aus uns geworden wäre!"

So sprachen sie und gingen freudig und glücklich nach Hause.

Ende dieses Projekt Gutenberg Etextes "Märchen-Almanach auf das Jahr 1827", von Wilhelm Hauff.