„Jawohl“, erwiderte sein Bruder. „Aber was die Feldheimerin sagte, ist doch eingetroffen: „Seht zu, wieviel von seinem Erbe übrigbleiben wird, um einen Hirschgulden!“ Jetzt haben wir nicht einmal ein Maß Wein dafür kaufen können.“
„Weiß schon!“ antwortete der von der Schalksburg. „Dummes Zeug!“ sagte der von Zollern und ritt zerfallen mit sich und der Welt seinem Schloß zu.
„Das ist die Sage von dem Hirschgulden“, endete der Zirkelschmied, „und wahr soll sie sein. Der Wirt in Dürrwangen, das nicht weit von den drei Schlössern liegt, hat sie meinem guten Freund erzählt, der oft als Wegweiser über die schwäbische Alb ging und immer in Dürrwangen einkehrte.“
Die Gäste gaben dem Zirkelschmied Beifall. „Was man doch nicht alles hört in der Welt“, rief der Fuhrmann. „Wahrhaftig, jetzt erst freut es mich, daß wir die Zeit nicht mit Kartenspielen verderbten, so ist es wahrlich besser; und gemerkt habe ich mir die Geschichte, daß ich sie morgen meinen Kameraden erzählen kann, ohne ein Wort zu fehlen.“
„Mir fiel da, während Ihr so erzähltet, etwas ein“, sagte der Student.
„O erzählet, erzählet!“ baten der Zirkelschmied und Felix.
„Gut“, antwortete jener, „ob die Reihe jetzt an mich kommt oder später, ist gleichviel; ich muß ja doch heimgehen, was ich gehört. Das, was ich erzählen will, soll sich wirklich einmal begeben haben.“
Er setzte sich zurecht und wollte eben anheben zu erzählen, als die Wirtin den Spinnrocken beiseitesetzte und zu den Gästen an den Tisch trat. „Jetzt, ihr Herren, ist es Zeit, zu Bette zu gehen“, sagte sie, „es hat neun Uhr geschlagen, und morgen ist auch ein Tag.“
„Ei, so gehe zu Bette!“ rief der Student, „setze noch eine Flasche Wein für uns hierher, und dann wollen wir dich nicht länger abhalten.“