„Hier ist er“, sprach der Kaufmann, zog einen Beutel hervor und reichte ihn dem Großwesir, damit er ihn dem Kalifen gebe.

Doch dieser rief mit verstelltem Erstaunen: „Beim Bart des Propheten! Der Beutel soll dein sein, du Hund? Mir gehörte dieser Beutel, und ich gab ihn, mit hundert Goldstücken gefüllt, einem braven jungen Mann, der mich aus einer großen Gefahr befreite.“

„Kannst du darauf schwören?“ fragte der Kalife.

„So gewiß, als ich einst ins Paradies kommen will“, antwortete der Wesir, „denn meine Tochter hat ihn selbst verfertigt.“ „Ei! ei!“ rief Harun, „so wurdest du also falsch berichtet, Polizeirichter? Warum hast du denn geglaubt, daß der Beutel diesem Kaufmann gehöre?“

„Er hat geschworen“, antwortete der Polizeirichter furchtsam.

„So hast du falsch geschworen!“ donnerte der Kalif den Kaufmann an, der erbleichend und zitternd vor ihm stand.

„Allah, Allah!“ rief jener. „Ich will gewiß nichts gegen den Herrn Großwesir sagen, er ist ein glaubwürdiger Mann, aber ach, der Beutel gehörte doch mir, und der nichtswürdige Said hat ihn gestohlen. Tausend Toman wollte ich geben, wenn er jetzt zur Stelle wäre.“

„Was hast du denn mit diesem Said angefangen?“ fragte der Kalif. „Sag an, wohin man schicken muß, damit er vor mir Bekenntnis ablege!“

„Ich habe ihn auf eine wüste Insel geschickt“, sprach der Polizeirichter.

„O Said! Mein Sohn, mein Sohn!“ rief der unglückliche Vater und weinte.