Ich mußte lächeln, wenn ich auf den seligen Schläfer blickte; wie leicht ist es doch für einen großen Menschen, die andern Menschen glücklich zu machen; er darf sich nur stellen, als wären sie ihm so ziemlich gleich, und sie kommen beinahe vom Verstand.

Dies war mein Besuch bei Goethe, und wahrhaftig, ich bereute nicht, bei ihm gewesen zu sein, denn

Von Zeit zu Zeit seh' ich den Alten gern
Und hüte mich, mit ihm zu brechen,
Es ist gar hübsch von einem großen Herrn,
So menschlich mit dem Teufel selbst zu sprechen."

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DER FESTTAG IM FEGEFEUER.

Eine Skizze.

Das größte Glück der Geschichtschreiber ist, daß die Toten nicht gegen ihre Ansichten protestieren können." Welt und Zeit. I.

ACHTZEHNTES KAPITEL.

Beschreibung des Festes. Satan lernt drei merkwürdige Subjekte kennen.

Ich teile hier einen Abschnitt aus meinen Memoiren mit, welcher zwar nicht mich selbst betrifft, den ich mir aber aufzeichnete, weil er mir sehr interessant war und vielleicht auch andern nicht ohne einiges Interesse sein möchte. Er führt die Aufschrift: D e r F e s t t a g i m F e g e f e u e r" und kam durch folgende Veranlassung zu diesem Titel. Es ist auf der Erde bei allen großen Herren und Potentaten Sitte, ihre Freude und ihre Trauer recht laut und deutlich zu begehen. Wenn ein aus fürstlichem Blute stammender Leib dem Staube wiedergegeben wird, haben die Küster im Lande schwere Arbeit; denn man läutet viele Tage lang alle Glocken. Wird eine Prinzessin oder gar ein Stammhalter geboren, so verkündet schrecklicher Kanonendonner diese Nachricht. Landesväterliche oder landesmütterliche Geburtstage werden mit allem möglichen Glanz begangen. Die Bürgermilizen rücken aus, die Honoratioren halten einen Schmaus, abends ist Ball oder doch wenigstens in den Landstädtchen bière dansante. Kurz, alles lebt in dulci jubilo an solchen Tagen.