Geschichte des deutschen Stutzers.
Als mein Großvater, der Kaiserlich-Königlich—"
Ich bitte Sie, mein Herr," unterbrach ihn der Incroyable, verschonen Sie uns mit dem Großpapa und fangen Sie gleich bei Ihrem Vater an; was war er?"
Nun ja, wenn es Ihnen so lieber ist; aber ich hätte mich gerne bei dem Glanze unserer Familie länger verweilt; mein Vater lebte in Dresden auf einem ziemlich großen Fuß—"
Was war er denn, der Herr Papa? Sie verzeihen, wenn ich etwas zu neugierig erscheine, aber zu einer Geschichte gehört Genauigkeit."
Mein Vater," fuhr der Stutzer etwas mißmutig fort, war
Kleiderfabrikant en gros—"
Wie," fragte der Lord, was ist Kleiderfabrikant? Kann man in
Deutschland Kleider in Fabriken machen?"
Hol' mich der Teufel, wie er schon getan!" rief der Stutzer unwillig und stieß das Glas auf den Tisch. Das ist nicht die Art, wie man seine Biographie erzählen kann, wenn man alle Augenblicke von kritischen Untersuchungen unterbrochen wird; mein Vater hatte ein Haus am Alt=Markt; darin hatte er ein Atelier und hielt Arbeiter, welche Kleider für die Leute machten!"
Mon dieu! Also war, er, was wir tailleur nennen, ein Schneider?"
Nun, in Gottes Namen, nennen Sie es, wie Sie wollen; kurz, er hatte die Welt gesehen, machte ein Haus, und wenn er auch nicht den Adel und die ersten Bürger in seinen Soireen sah, so war doch ein gewisser guter Ton, ein gewisser Anstand, ein gewisses, ich weiß nicht was, kurz, es war ein ganz anständiger Mann, mein Papa."