Die Turner ziehen ins grünende Feld
Hinaus zur männlichen Lust;
Daß Uebung kräftig die Glieder stählt,
Mit Mut sich füllet die Brust:
Drum schreiten die Turner das Tal entlang,
Drum tönet ihr mutiger froher Gesang:
Hurra! Hurra! Hurra!
Du fröhliche Turnerlust!
O sieh, wie kühn sich der Blick erhebt,
Wenn der Arm den Gegner umfaßt!
Und frei, wie der Aar durch die Lüfte schwebt,
Fliegt auf der Turner am Mast;
Dort schaut er weit in die Täler hinaus,
Dort ruft er's froh in die Lüfte hinaus:
Hurra! Hurra! Hurra!
Du fröhliche Turnerlust!
Es ist kein Graben zu tief, zu breit,
Hinüber mit flüchtigem Fuß!
Und trennt die Ufer der Strom so weit,
Hinein in den tosenden Fluß!
Er teilt mit dem Arm der Fluten Gewalt,
Und aus den Wogen sein Ruf noch schallt:
Hurra! Hurra! Hurra!
Du fröhliche Turnerlust!
Er schwingt das Schwert in der starken Hand,
Zum Kampfe stählt er den Arm;
O dürft' er's ziehen fürs Vaterland!
Es wallt das Herz ihm so warm.
Und sollte sie kommen, die herrliche Zeit,
Sie fände den tapfern Turner bereit.
Hurra! Hurra! Hurra!
Wie ging's dann mutig in Feind!
So wirbt der Turner um Kraft und Mut
Mit Frührots freundlichem Strahl,
Bis spät sich senket der Sonne Glut
Und die Nacht sich bettet im Tal;
Und klingt der Abendglockenklang,
Dann ziehn wir nach Haus mit fröhlichem Sang
Hurra! Hurra! Hurra!
Du fröhliche Turnerlust!
Das Burschentum.
Wenn die Becher fröhlich kreisen,
Wenn in vollen Sangesweisen
Tönt so manches Helden Ruhm,
Ja, da muß man dich auch singen,
Muß auch dir die Becher schwingen,
Dir, du altes Burschentum!
Fragt ihr, wo die Freiheit wohne?
Auf Europas weiter Zone
Habt ihr nimmer sie gesehn;
Nur bei alter, treuer Sitte,
In der Burschen froher Mitte
Mag ihr Tempel noch bestehn.
Froh und frei, wie's unsre Alten
Einst zu ihrer Zeit gehalten,
Leben wir, so lang es gilt;
Freuen uns – mit leerer Tasche,
Wenn uns nur aus voller Flasche
Klar der braune Nektar quillt.