Wenn vom Berg mit leisem Tritte
Luna wandelt durch die Nacht,
Eil' ich zu des Liebchens Hütte,
Lausche, ob die Holde wacht.
Seh' ich dort die Lampe glühen
In dem stillen Kämmerlein,
Möcht' ich, wie der Lampe milder Schein,
Spielend um die zarten Wangen ziehen.

Mit des Lichtes schönsten Strahlen
Zög' ich um mein liebes Kind,
Farben wollt' ich um sie malen,
Wie sie nur am Himmel sind;
Sänke Schlummer ihr aufs Auge,
Löschte sie des Lämpchens Schein,
Wär' ihr letzter, süßer Blick noch mein,
Und ich stürbe sanft in ihrem Hauche.

Nimmer darf ich um sie weben
Wie der Lampe milder Schein,
Doch mein Lied darf zu ihr schweben,
Darf der Liebe Bote sein.
Schwebt denn, Töne meiner Laute,
Zu des Liebchens Kämmerlein,
Wieget sie in süße Träume ein
Und dann flüstert: »Denke mein, du Traute!«


Lied aus der Ferne.

Ihr Töne meiner Saiten,
Ihr tönt so sanft, so mild,
Mit Träumen ferner Freuden
Habt ihr mein Herz erfüllt.
Des Liebchens Kuß, des Liebchens Blick,
Führt mir der sanfte Ton zurück,
Der eurem Hauch entquillt!
O lispelt leise, leise!
Dann träum' ich schönre Zeiten
Und meiner Liebe Bild.

Wenn auf der Berge Höhen
Der Strahl des Morgens fällt,
Möcht' ich mit Windeswehen
Zu meiner Jugendwelt,
Möcht' eilen mit des Morgens Strahl
Zum blauen Berg, zum fernen Tal,
Das sie umfangen hält.
Vergebens, ach, vergebens!
Mir blüht kein Wiedersehen
In meiner Jugendwelt.


Die Freundinnen an der Freundin Hochzeittage.

In deines Festes fröhliche Gesänge
Mischt sich ein trauter Ton aus alter Zeit,
Es lockt dich aus dem jubelnden Gedränge
Zurück noch einmal zur Vergangenheit;
Die Freundschaft ist's, es sind der Schwestern Tritte,
Sie pochen schüchtern an der Pforte an,
Sie nahen dir, sie flüstern ihre Bitte
Und fragen freundlich: Denkst du noch daran?