»Beim Spiel, Herr Oberst Peter, gilt keine Kriegsordnung,« antwortete der andere Spieler. »Ihr könnet uns Hauptleuten befehlen, ein Städtchen zu blockieren und zu brandschatzen, aber beim Spiel ist jeder Landsknecht so gut wie wir.«
»Ihr zeid ein Meuter, ein Rebeller gegen die Obrigkeit, Gott straf' mein Zeel', und wäre es nicht gegen meine Würde, ich wollt' Euch in Kochstücke mazakerieren; aber spielt weiter.«
»Da liegt dein Daus« – »drauf der Quarter« – »den stech' ich mit dem Zinken,« – »Schellen-Wenzel, wer sticht den? –«
»Ich,« sprach der Große, »da liegt der Schellenkönig, Mordblei! der Stich ist mein.«
»Wie bringst du den Schellenkönig 'rauf?« rief ein kleines, dürres Männchen mit spitzigem Gesicht und kleinen, giftigen Aeuglein und heiserer Stimme. »Hab' ich nicht gesehen, als du ausgabst, daß er unten lag? Er hat betrogen, der lange Peter hat schändlich betrogen!«
»Muckerle, Hauptmann vom achten Fähnlein! ich rat' Euch, haltet Euer Maul,« sagte der Oberst. »Bassa manelka! ich versteh' keinen Spaß. Die Mauz zoll den Löwen nicht erzürnen.«
»Und ich sag's noch einmal; wo hättest du sonst den König her? Vor dem Papst und dem König von Frankreich will ich's beweisen; du falscher Spieler!«
»Muckerle,« erwiderte der Oberst und zog kaltblütig seinen Degen aus der Scheide, »bete noch ein Ave Maria und ein Gratias, denn ich schlage dich tot, zo wie daz Spiel auz ist.«
Die übrigen drei Männer wurden durch diese Streitigkeiten aus ihrer Ruhe aufgeschreckt. Sie erklärten sich für den kleinen Hauptmann und gaben nicht undeutlich zu verstehen, daß man dem Obersten wohl dergleichen zutrauen könnte; dieser aber vermaß sich hoch und teuer, er habe nicht betrogen. »Wenn der heilige Petruz, mein gnädiger Herr Patron, den ich auf dem Hut trage, sprechen könnte, der würde mir, zo wahr er ein christlicher Landsknecht war, bezeugen, daß ich nicht betrogen!«