»Ich bin eigentlich ein Landsknecht meines Zeichenz, man nennt mich den langen Peter, jetzt aber wohlbestallter Oberst verzammelter –«
»Was, Oberst! Diese Narrheit muß aufhören. Ihr mögt mir wohl ein tapferer Mann sein, aber zum Hauptmann seid Ihr nicht gemacht. Ich selbst will Euer Oberst sein, und zu Hauptleuten werde ich einige meiner Ritter machen.«
»Bassa manelk – tut mir leid, wenn ich geflucht hab', aber erlaubt, Herr Herzog, einem alten Kerl ein Wort: daz ist gegen unsern Pakt mit dem Goldgülden monatlich und den vier Maaz Wein tagtäglich. Da steht zum Beispiel der Ztaberl aus Wien, 'z gibt keinen Tapferen unter dem Mond –«
»Schon gut, Alter, schon gut! Auf die Goldgülden und den Wein soll mir's nicht ankommen. Wer bisher Hauptmann war, soll es richtig bekommen. Nur den Befehl müßt Ihr abgeben. Habt ihr Pulver und Kugeln?«
»Das will ich meenen!« sagte der Magdeburger, »wir haben noch von Euer Durchlaucht eigenem Pulver und Blei, das wir in Tübingen mitgenommen. Wir haben Munition auf achtzig Schuß für den Mann.«
»Gut! Georg von Hewen und Philipp von Rechberg, ihr teilt euch in die Knechte, jeder nimmt sechs Fähnlein. Ihr da, die ihr euch Hauptleute nennet, könnet bei den einzelnen Fähnlein bleiben und den beiden Herren an die Hand gehen. Ludwig von Gemmingen, seid so gut und nehmet den Oberbefehl über das Fußvolk. Jetzt geradesweges auf Leonberg. Freu' dich, mein treuer Bannerträger,« sagte Ulrich, als er sich aufs Pferd schwang, »so Gott will, ziehen wir morgen in Stuttgart ein.«
Die Reiterschar, den Herzog an der Spitze, zog fürder. Der lange Peter stand noch immer unverrückt auf dem Platz, den Hut mit der stolzen Hahnenfeder in der Hand, und schaute den Reitern nach.
»Daz ist einmal ein Fürst!« sprach er zu den Hauptleuten, die neben ihm standen. »Waz der für eine gewaltige Stimme hat, und wie er greulich mit den Augen funkelt, daz ez einem angst und bange wird. Hu, ich meinte, er woll' mich mit Haut und Haar verschlucken, alz er mich fragte: Wer bist denn du?«
»Mir wor's g'rod, wie wenn einer siedend Wasser über mein Leib schütten tät. In Wien ist doch auch 'n Kaiser, aber der tut nit so g'waltig wie der do!«
»Also Hauptleut' sind wer g'wesen,« sprach der Hauptmann Muckerle, »die Herrlichkeit hat nit lang dauert.«