»Ist gegen alle Form Rechtens,« fiel der Kanzler ein; »ich muß dagegen protestieren, Lieber! Es ist ein Eingriff in mein Amt.«
»Laß ihn, Ambrosius. Mag er meinetwegen noch ein paar Fragen an den armen Sünder tun, er ist doch verloren.«
»Dietrich von Kraft,« fragte Georg, »wie kommt Ihr hieher?«
Der arme Ratsschreiber, den der Tod schon an der Kehle gefaßt hatte, verdrehte die Augen, und seine Zähne schlugen aneinander. Endlich konnte er einige Worte herausstoßen: »Bin hieher geschickt worden vom Rat, wurde Schreiber beim Statthalter –«
»Wie kamet Ihr gestern nacht zu den Bürgern von Stuttgart?«
»Der Statthalter befahl mir abends, wenn etwa die Bürger sich aufrührerisch zeigten, sie anzureden und zu ihrer Pflicht und ihrem Eid zu verweisen.«
»Ihr sehet, er kam also auf höheren Befehl dorthin. – Wer nahm Euch gefangen?« fuhr Georg zu fragen fort.
»Der Mann, der neben Euch steht.«
»Ihr habt diesen Herrn gefangen? Also müßt Ihr auch gehört haben, was er sprach? Was sagte er denn?«