»Ulericus für immer!« rief Georg von Sturmfeder. »Wer seid Ihr?« – »Gut Freund!« rief Marx Stumpf von Schweinsberg, indem er aus den Reihen der Landsknechte heraus und auf den jungen Mann zuritt. »Guten Morgen, Georg! Ihr habt lange auf Euch warten lassen, schon die ganze Nacht sind wir auf den Beinen und harren sehnlich auf Verstärkung, denn dort drüben im Wald sieht es nicht geheuer aus, und wenn Frondsberg den Vorteil verstanden hätte, wären wir schon längst übermannt.«
»Der Herzog zieht mit sechstausend Mann heran,« erwiderte Sturmfeder, »längstens in zwei Stunden muß er da sein.«
»Sechstausend, sagst du? Bei Sankt Nepomuk, das ist nicht genug; wir sind zu dritthalbtausend, das macht zusammen gegen neuntausend. Weißt du, daß sie über zwanzigtausend stark sind, die Bündischen? Wieviel Geschütz bringt er mit?«
»Ich weiß nicht; es wurde erst nachgeführt, als wir ausritten.«
»Komm, laß die Reiter absitzen und ruhen,« sagte Marx Stumpf; »sie werden heute Arbeit genug bekommen.«
Die Reiter saßen ab und lagerten sich; auch die Landsknechte lösten ihre Reihen auf und stellten nur starke Posten auf den Anhöhen und am Neckar auf. Marx Stumpf besichtigte alle Anstalten, und Georg legte sich, in seinen Mantel gehüllt, nieder, um noch einige Stunden zu ruhen. Die Stille der Nacht, nur durch den eintönigen Ruf der Wachen unterbrochen, senkte ihn bald in einen Schlummer, der seine Seele weit hinweg über Krieg und Schlachten in die Arme seines Weibes entführte.
34.
In schwarzen Pulverdämpfen
Verbirgt sich Mann und Roß;
Ihr schlagt euch immer kecker
Bergunter alle zumal;
Jetzt sprengt ihr durch den Necker,
Jetzt fechtet ihr im Tal.
G. Schwab.