Der Zauber war bald gelöst, als er mit dem Boten auf seinem Zimmer allein war und ihn der gute Schwabe von seiner Persönlichkeit versicherte; aber doch konnte er ihm seine Bewunderung nicht versagen über die Rolle, die er so gut gespielt.

»Glaubt deshalb nicht minder an meine Ehrlichkeit,« antwortete der Bauer; »man wird oft genötigt, von Jugend auf durch solche Künste sich fortzuhelfen, sie schaden keinem und tun doch dem gut, der sie kann.«

Georg versicherte, ihm nicht minder zu trauen als vorher, der Bote aber bat dringend, er möchte doch jetzt auch auf seine Abreise denken, er möchte bedenken, wie sehr sich das Fräulein nach dieser Nachricht sehne, daß er nicht früher heimkehren dürfe, als bis er diese Gewißheit bringen könne.

Georg antwortete ihm, daß er nur noch den Abmarsch des Bundesheeres abwarten wolle, um in seine Heimat zurückzukehren.

»O, da braucht Ihr nicht mehr lange zu warten,« antwortete der Bote; »wenn sie morgen nicht aufbrechen, so ist es übermorgen, denn das Land ist offen bis ins Herz hinein. Ich darf Euch trauen, Junker, darum sag' ich Euch dies.«

»Ist es denn wahr, daß die Schweizer abgezogen sind,« fragte Georg, »und daß der Herzog keine Feldschlacht mehr liefern kann?«

Der Bote warf einen lauernden Blick im Zimmer umher, öffnete behutsam die Türe, und als er sah, daß kein Lauscher in der Nähe sei, begann er:

»Herr! ich war bei einem Auftritt, den ich nie vergesse, und wenn ich neunzig Jahre alt werde! Schon unterwegs waren mir auf der Alb große Scharen der heimziehenden Schweizer begegnet; ihre Räte und Landammänner hatten sie heimgerufen; bei Blaubeuren standen aber noch über achttausend Mann, jedoch lauter gute Württemberger und nichts anderes drunter.«

»Und der Herzog,« unterbrach ihn Georg, »wo war denn dieser?«