»Nun, und Ihr habt also auch von der verdrießlichen Geschichte gehört?« fragte Georg. »Man erzählt es sich gewiß schon auf allen Straßen?«

»O nein,« antwortete der Ratsschreiber, »man weiß nirgends etwas davon, man hätte ja zugleich Eure geheime Sendung nach Württemberg damit ausposaunen müssen. Nein! Ich habe, Gott sei Dank, so meine eigenen Quellen und erfahre manches noch in der Stunde, wo es getan oder gesprochen wurde. Aber nehmt mir's nicht übel, Ihr habt da einen dummen Streich gemacht!«

»So,« antwortete Georg lächelnd, »und warum denn?«

»Bot sich Euch nicht die schönste Gelegenheit, Euch auszuzeichnen? Wem wären die Bundesobersten mehr Dank schuldig als –«

»Sagt es nur heraus,« unterbrach ihn Georg, »als dem Kundschafter in des Feindes Rücken. Es ist nur schade, daß mein Vater und die Ehre meines Namens mich vor, und nicht hinter den Feind bestimmt haben, es sei denn, daß er vor mir fliehe.«

»Dies sind Bedenklichkeiten, die ich nicht bei Euch gesucht hätte. Wahrlich, wenn ich so bekannt in jener Gegend wäre wie Ihr, man hätte es mir nicht zweimal sagen dürfen.«

»Ihr habt hier zu Lande vielleicht andere Grundsätze über diesen Punkt,« sagte Georg, nicht ohne Spott, »als wir in unserem Franken, das hätte Truchseß von Waldburg bedenken und einen Ulmer schicken sollen.«

»Ihr bringt mich da eben recht noch auf etwas anderes. Der Oberst-Feldleutnant! Wie habt Ihr ihn Euch so zum Feinde machen mögen? Denn daß dieser Euch das Geschehene in seinem Leben nicht verzeiht, dürft Ihr gewiß sein.«

»Das ist mein geringster Kummer,« antwortete Georg, »aber eines tut mir weh, daß ich den Uebermütigen, der schon meinem Vater Böses getan, wo er konnte, nicht vor meine Klinge stellen und ihm zeigen kann, daß der Arm nicht so ganz zu verachten ist, den er heute von sich gestoßen hat.«

»Um Gottes willen,« fiel Kraft ein, »sprecht nicht so laut, er könnte es hören. Ueberhaupt müßt Ihr Euch sehr zusammennehmen, wenn Ihr ferner im Heere unter ihm dienen wollt.«