»Beruhigen Sie sich doch, gnädiges Fräulein, ich sprach mit Ihrem Herrn Papa über Politik und rechnete einige Fälle auf, und er hat mich holter nicht recht verstanden.«

Sie preßte mit einem zärtlichen, hinsterbenden Blick auf den erschrockenen Dessauer ihre Hand auf das Herz und atmete tief.

»Nee! Was ich erschrocken bin jeworden, da machen Sie sich keenen Bejriff von!« lispelte sie. »Mein Herz pocht schrecklich! Na, erzählen Sie man weiter; was sachte der Graf? Sie hätten ins Parterre jestanden und wären melancholisch jewesen?«

Das Geflüster der Liebenden wurde leiser und leiser; die Blicke des Seufzers wurden feuriger, er zog, als »das Gewölke« ein wenig im Garten auf und ab ging, die niedliche Hand der Jüdin an die Lippen und gestand ihr, wenn ich anders recht gehört hatte, daß nächstens die Metalliques und die … um drei Prozent steigen werden.

»Herr von Schmelzlein!« sagte der Alte, nachdem er einigen koscheren Wein zu sich genommen hatte, »Sie haben mir da einen Schreck in den Leib gejagt, den ich nie vergesse. Fallen, Fälle, wie kann man auch nur dies Wort in Gesellschaft aussprechen! Nun, Sie wollten sagen?«

»Es gibt Affairen,« fuhr ich fort, »wo der Diplomat schweigen muß. Ueber das Nähere meiner Sendung z. B. werden Sie selbst mich nicht befragen wollen; nur soviel kann ich Ihnen, aber, mein Herr Simon, im engsten Vertrauen –«

»Der Gott meiner Väter tue mir dies und das!« rief er feierlich. »So ich nur meinem Nachbar oder seinem Weib oder seinem Sohn oder seiner Tochter das geringste –«

»Schon gut! Ich traue auf Ihre Diskretion; kurz, soviel kann ich Ihnen sagen, daß nächstens eine bedeutende Krisis eintreten wird; ganz zu allernächst. Für oder gegen wen, darf ich nicht sagen; doch Herr von Zwerner –«

»Von Zwerner?«