Mitteilungen
aus den
Memoiren des Satan.


Erster Teil.

Einleitung

Marte, e' rassembra te, qualor dal quinto
Cielo, di ferro scendi e d'orror cinto.

Tassos Jerusalem. V. 44.

Erstes Kapitel.
Der Herausgeber macht eine interessante Bekanntschaft.

Wer, wie der Herausgeber und Uebersetzer vorliegender merkwürdiger Aktenstücke, in den letzten Tagen des Septembers 1822 in Mainz war und in dem schönen Gasthof zu den drei Reichskronen logierte, wird gewiß diese Tage nicht unter die verlorenen seines Lebens rechnen.

Es vereinigte sich damals alles, um das Gasthofleben, sonst nicht gerade das angenehmste, das man führen kann, angenehm zu machen. Feine Weine, gute Tafel, schöne Zimmer hätte man auch sonst wohl dort gefunden, seltener, gewiß sehr selten so ausgesuchte Gesellschaft. Ich erinnere mich nicht, jemals in meinem Leben, weder vor- noch nachher, einen meiner damaligen Tisch- und Hausgenossen gesehen zu haben, und dennoch schlang sich in jenen glücklichen Tagen ein so zartes, enges Band der Geselligkeit um uns, wie ich es unter Fremden, deren keiner den andern kannte oder seine näheren Verhältnisse zu wissen wünschte, nie für möglich gehalten hätte.