Said beantwortete seine Frage kurz und offen.
»Hast du meinen Sohn meuchlings umgebracht? Hast du ihn von hinten mit einem Pfeil oder einer Lanze durchbohrt?«
»Nein, Herr!« antwortete Said. »Ich habe ihn in offenem Kampf beim Angriff auf unsere Reihen von vorne getötet, weil er schon acht meiner Genossen vor meinen Augen erschlagen hatte.«
»Ist es also, wie er sprach?« fragte Selim die Männer, die ihn gefangen hatten.
»Ja, Herr, er hat Almansor in offenem Kampf getötet,« sprach einer von den Gefragten.
»Dann hat er nicht mehr und nicht minder getan, als wir selbst getan haben würden,« versetzte Selim, »er hat seinen Feind, der ihm Freiheit und Leben rauben wollte, bekämpft und erschlagen; drum löset schnell seine Bande!«
Die Männer sahen ihn staunend an und gingen nur zaudernd und mit Widerwillen ans Werk. »So soll der Mörder deines Sohnes, des tapfern Almansor, nicht sterben?« fragte einer, indem er wütende Blicke auf Said warf. »Hätten wir ihn lieber gleich umgebracht!«
»Er soll nicht sterben!« rief Selim, »und ich nehme ihn sogar in mein eigenes Zelt auf, ich nehme ihn als meinen gerechten Anteil an der Beute, er sei mein Diener.«
Said fand keine Worte, dem Alten zu danken; die Männer aber verließen murrend das Zelt, und als sie den Weibern und Kindern, die draußen versammelt waren und auf Saids Hinrichtung warteten, den Entschluß des alten Selim mitteilten, erhoben sie ein schreckliches Geheul und Geschrei und riefen, sie werden Almansors Tod an seinem Mörder rächen, weil sein eigener Vater die Blutrache nicht üben wolle.