Fig. 50.

Die Adansoniafaser stammt aus dem Bast des in Afrika heimischen Affenbrodbaumes (Adansonia digitata). Der Bast kommt in etwa 80 cm langen, 8–10 mm dicken und 40–50 mm breiten Stücken zu uns, ist von brauner Farbe und zeigt große Festigkeit. Die Faser ist kräftig gebaut, walzenförmig und wie schon erwähnt der Manila- und Jutefaser teilweise sehr ähnlich. Charakteristisch ist die häufig vorkommende Erscheinung, daß die Fasern in der Dicke Unregelmäßigkeiten zeigen und sich nach dem Ende zu plötzlich verjüngen. Bei der Verarbeitung lösen sich die äußersten Gewebeschichten vielfach ab, und die sehr fein zerfaserten Strähnchen umgeben die Zellen an manchen Stellen wie mit einem Schleier ([Fig. 50]). Diese Erscheinung tritt zwar auch bei anderen Fasern auf, aber nie in solchem Umfange wie bei Adansonia. Die Höhlung verläuft sehr verschieden; sie ist oft nur als dunkele Linie erkennbar, erweitert sich dann plötzlich und nimmt mehr als die Hälfte der Zellbreite ein. Die Enden sind meist abgerundet, seltener zugespitzt. Bündel von zusammenhängenden Fasern kommen kaum vor. Sehr häufig begegnet man Gruppen stark verkalkter parenchymatischer Zellen ([Fig. 51]) sowie dünnwandigen Parenchymzellen und Bruchstücken von netzartigen Gefäßen ([Fig. 52]).

Fig. 51.

Fig. 52.

Hauptunterscheidungsmerkmale für Jute-, Manila- und Adansoniafasern.

Faserart

Färbung in

Hohlkanal

Enden

Poren

Neben-
bestandteile

Jod-Jod-
kalium-
lösung

Chlor-
zinkjod-
lösung

Jute

verholzt

leuchtend
gelbbraun
oder
braun

gelb oder
grüngelb

in der Weite
oft wechselnd

im allge-
meinen abge-
rundet

parallel zur
Achse ge-
stellte
Schlitze

keine

entholzt

grau,
bisweilen
braun

blau bis-
weilen rot-
violett

in der Weite
oft wechselnd

im allge-
meinen abge-
rundet

parallel zur
Achse ge-
stellte
Schlitze

keine

Manila

grau,
braun,
gelblich

blau, rot-
violett
und gelb,
sowie
Zwischen-
farben

bei den dick-
wandigen Fa-
sern von
wechselnder
Breite, bei den
dünnwandi-
gen gleich-
mäßig

oft blei-
stiftartig
zugespitzt

schräg oder
parallel zur
Achse ge-
stellte
Schlitze

Gruppen oder
einzelne Pa-
renchym-
zellen mit
ziemlich
dicken schrä-
gen Wänden

Adansonia

schmutzig
grau und
braun

blau bis
rotviolett

die Weite
ändert sich
mit der Breite
der Faser

meistens
ab-
gerundet

schräg oder
parallel zur
Achse ge-
stellte
Schlitze

verkalkte Pa-
renchym-
zellen und
Gefäßbruch-
stücke

Faserart

Färbung in

Hohlkanal

Jod-Jod-
kalium-
lösung

Chlor-
zinkjod-
lösung

Jute

verholzt

leuchtend
gelbbraun
oder
braun

gelb oder
grüngelb

in der Weite
oft wechselnd

entholzt

grau,
bisweilen
braun

blau bis-
weilen rot-
violett

in der Weite
oft wechselnd

Manila

grau,
braun,
gelblich

blau, rot-
violett
und gelb,
sowie
Zwischen-
farben

bei den dick-
wandigen Fa-
sern von
wechselnder
Breite, bei den
dünnwandi-
gen gleich-
mäßig

Adansonia

schmutzig
grau und
braun

blau bis
rotviolett

die Weite
ändert sich
mit der Breite
der Faser