Die Aufnahmen erfolgten bei einer 25fachen Vergrößerung.

Wenn man den Zustand der Fasern von dem Papier [Nr. 1] bis zu dem [Nr. 10] verfolgt, so wird man die großen Unterschiede, welche sich darbieten, nicht verkennen können. Beim Papier [Nr. 1] sind die Fasern derartig vermahlen, daß man kaum noch einzelne gut erhaltene Faserbruchstücke auffinden kann. Von Papier [Nr. 2] gilt fast dasselbe, jedoch finden sich hier schon mehrere noch bis zu einem gewissen Grade unversehrte Fasern. Verfolgt man die Papiere weiter, so wird man im großen und ganzen eine Abnahme feinster Fibrillen und eine Zunahme besser erhaltener Fasern beobachten können, bis zu dem Papier [Nr. 9] und [Nr. 10], welche nur noch in äußerst geringem Grade Zerstörungserscheinungen der Fasern zeigen. Den Zustand der Fasern in jedem einzelnen Fall zu beschreiben, ist außerordentlich schwer; das Bild wirkt in diesem Falle besser und ist genügend aufklärend. Wenn daher von dem Untersuchenden verlangt wird, er soll den Mahlungszustand der im Papier enthaltenen Fasern angeben, so dürfte sein Urteil erheblich an Wert gewinnen, wenn der Erklärung eine mikrophotographische Aufnahme der Fasern beigegeben würde.

Vielleicht könnte man auch durch zahlreiche Aufnahmen Gruppen von Mahlungszuständen schaffen, gewissermaßen Normalzustände, welche in geeigneter Weise den Interessenten zugänglich zu machen wären. Man könnte dann bei Untersuchung von Papier hinsichtlich des Faserzustandes auf diese Normalien hinweisen und brauchte so nicht jedesmal dem Untersuchungsbefund eine photographische Abbildung beizufügen. Aus den hier vorliegenden Beispielen könnte man vielleicht folgende Zusammenstellung schaffen ([S. 93]).

Papier
Nr.

Art des Papiers

Stoff-
zusammensetzung

Mittlere

Widerstand
gegen
Zerknittern

Reiß-
länge
m

Deh-
nung
%

 2

Holländisches
Banknotenpapier

Wegen starker Zer-
mahlung nicht mit
Sicherheit zu er-
mitteln; wahr-
scheinlich Leinen

7275

11,1

außerordentlich
groß

 3

Normal 1[41]

Leinen, Zusatz
Baumwolle; ein Teil
der Fasern stark
zermahlen

6215

 4,7

sehr groß

 4

Dokumentenpapier
aus ungebleichten
Lumpen

Leinen, geringe
Mengen Baumwolle

8425

 5,6

außerordentlich
groß

 5

Normal 1[41]

Leinen, Baumwolle

6050

 4,2

sehr groß

 6

Normal 1[41]

Baumwolle, geringe
Mengen Leinen

6825

 7,2

außerordentlich
groß

 7

Photographiepapier

Leinen, sehr geringe
Mengen Baumwolle

2600

 3,8

gering

 8

Photographiepapier

Leinen, sehr geringe
Mengen Baumwolle

4350

 4,5

gering

10

Packpapier

Manilahanf

6750

 4,5

außerordentlich
groß

Gruppe I.  Nr. 1–3;
II.  4, 5 und 6;
III.  7 und 8;
IV.  9 und 10.

Kommt nun ein Papier auf den Zustand der Faser zur Untersuchung, so könnte man einfach auf Grund des mikroskopischen Bildes unter Hinweis auf die geschaffenen Normalgruppen erklären, daß das Papier sich im Mahlungszustand beispielsweise der Gruppe II nähert. Solche Angaben würden für den Fabrikanten in vielen Fällen von Wert sein.

Mit acht der abgebildeten zehn Papiere sind Festigkeitsversuche ausgeführt worden, und es wird interessant sein, die hierbei ermittelten Werte kennen zu lernen (vergl. [S. 92]).

[41] Die drei Normalpapiere 1 rühren aus drei verschiedenen Fabriken her.

Feststellung der Mengenverhältnisse der Fasern.