Zwanzigstes Capitel.
XVIII. ANCYLUS Geoffroy.
Mützenschnecke.
Gehäuse napf- oder mützenförmig, mit einer kurzen je nach der Art nach rechts oder links gewandten Spitze als Andeutung des Gewindes.
Thier die Schale ganz ausfüllend, aber sich nie aus derselben herausstreckend, mit einer breitlappigen Oberlippe am Kopfe und kurzen, cylindrischen, zusammenziehbaren Fühlern, an deren inneren Seite die Augen sitzen. Fuss kurz, elliptisch. Kiefer aus mehreren Stücken zusammengesetzt. Zunge bandförmig verlängert, die Zähnchen alle gleichgestaltet, aber nach dem Rande hin an Grösse abnehmend, die Reihen schräg gestellt. Athemöffnung und Geschlechtsöffnung liegen bei der einen Art links, bei der anderen rechts, und zwar immer der Windung entgegengesetzt. Die männliche Geschlechtsöffnung liegt hinter dem entsprechenden Fühler, die weibliche weiter zurück, so dass sie sich nur abwechselnd, nicht wechselseitig begatten können. Doch findet man hier nie Ketten zusammenhängend, wie bei den Limnäen. Beim Kriechen erscheinen nur die Fühler über dem Rande der Schale, nie der Fuss.
Man hat diese Schnecken, die ganz einer Patella im Kleinen gleichen, lange für Kiemenathmer gehalten und zu den Cyclobranchien gestellt; ihre Athmungswerkzeuge sind aber dieselben, wie bei den Limnaeen.
In neuerer Zeit trennt man die beiden bei uns vorkommenden Arten von einander und nennt die linksgewundene Art als Gattung Acroloxus oder Velletia.
Sie legen 4–6 Eier auf einmal, in eine sternförmige Figur angeordnet; Entwicklung wie bei Limnaea.
Es kommen bei uns die beiden deutschen Arten vor, A. fluviatilis mit mehr runder Basis und rechtsgewunden, und A. lacustris mit schmal-ovaler, länglicher Basis und linksgewunden. Exemplare von fluviatilis, bei denen ein Perpendikel vom Wirbel über das Gehäuse hinausfällt, nennt F. Schmidt in Laibach deperditus; eine gute Art dürfte es schwerlich sein. Ausserdem hat Herr Bourguignat das Geschlecht mit einer Unzahl neuer Arten bereichert, die wir aber auf sich beruhen lassen wollen.
111. Ancylus fluviatilis Linné.
Runde Mützenschnecke.
Gehäuse napfförmig, graubräunlich, glanzlos, innen glatt, glänzend, bläulichweiss; die Spitze nahe am hinteren Rand stehend, selbst über denselben hinausragend, rechtsgewunden. Mündung ziemlich rund. Höhe 2–3 Mm., Längsdurchmesser 3–6 Mm., Querdurchmesser 2–4 Mm.