Gehäuse offen genabelt, niedergedrückt, oben fast ganz flach oder nur wenig convex, unten ganz flach, durchscheinend, glänzend, aber nach dem Tode des Thieres bald trüb und glanzlos werdend, oben etwas gestreift. Farbe oben schmutzig gelb, etwas grünlich, mitunter kaum gefärbt, unten weisslich. 5–6 sich wenig erhebende, gedrückte Umgänge, der letzte in seiner letzten Hälfte bedeutend erweitert, so dass der Nabel ausserhalb des Mittelpunctes liegt, wenn auch nicht in dem Grade, wie bei nitens. Mündung gedrückt, schiefmondförmig, fast breiter als hoch; Mundsaum einfach, scharf, etwas geschweift. Nabel ziemlich weit und tief. Höhe 3–4 Mm., Durchmesser 12–14 Mm.
Thier sehr schlank, weisslich, Kopf und der angränzende Theil des Rückens nebst der Spitze der Fühler schieferblau. Die in Kellern u. dgl. hausenden Exemplare sind heller. Die Zungenzähne sind in nach vorn convexe Reihen geordnet, die einzelnen sind weit grösser, als bei gleichgrossen Helices. In der Mitte steht ein kleiner, dreispitziger Zahn, daneben je ein grösserer, dreispitziger mit drei sehr ungleichen Spitzen; die drei zusammen bilden eine gerade Linie; daran schliessen sich dann in einem starken Winkel jederseits 8–10 einfache, starke, gekrümmte Dornen, die nach aussen an Grösse abnehmen. Es sind 42 Querreihen, jede mit 19–23 Zähnen, zusammen etwa 900 Zähne.
Diese grösste unserer Hyalinen lebt, wie schon der Name andeutet, mit Vorliebe in Kellern und anderen unterirdischen Räumen, aber auch an feuchten Stellen unter Moos, Laub und faulem Holz. Mit Sicherheit kann man immer darauf rechnen, sie unter dem Schutt der Ruinen zu finden. Sie ist in Nassau allgemein verbreitet. Sonnenberg, Biebricher Schlossgarten, auf den Ruinen Adolphseck, Katz, Liebenstein, Sternberg, Spurkenburg, Kammerburg, Rheineck; bei Dehrn und Runkel im Lahnthal, im Hachenburger Schlossgarten (Thomae). Bei Weilburg im Gebück, an den Reservoirs und verschiedenen alten Mauern in der Stadt (Sandb.). Bei Dillenburg bei Burg, Breitscheid, Rabenscheid, Langenaubach, Endbach; verbreitet, aber nirgends häufig. (Koch). Im Frankfurter Wald, auf allen Ruinen des Taunus, in Kellern zu Frankfurt und Schwanheim, bei Homburg. Um Biedenkopf, Breidenbach, Buchenau, aber immer einzeln, nur unter dem Schutt am Schlossberg häufig; am Hartenberg bei Dexbach.
25. Hyalina nitida Müller.
Dunkle Glanzschnecke.
Syn. Hel. lucida Drap. autor.
Gehäuse offen genabelt, etwas kugelförmig niedergedrückt, zart, glänzend, feingestreift, rothgelb; 5 Umgänge mit ziemlich deutlicher Naht, zu einem kurzen Gewinde erhoben; Mündung mondförmig rund; Mundsaum einfach und scharf, Nabel offen und tief, Höhe 3–4 Mm., Durchmesser 6–7 Mm.
Thier blauschwarz, nach Kiefer und Zunge eine ächte Hyaline; nach den Beobachtungen von Lehmann (Mal. Bl. IX. S. 111) hat es einen Liebespfeil mit trichterförmiger Krone, etwas gebogenem, fadenförmigem Stiel und lang lancettförmiger, kaum verbreiterter Spitze, 1¾ Mm. lang; derselbe trennt unsere Schnecke desshalb als eigene Gattung Zonitoides von den Hyalinen ab. Mit demselben Rechte müsste man dann aber auch die Helices ohne Liebespfeil von denen mit Liebespfeil als besondere Gattung trennen.
An feuchten, schattigen Stellen, besonders den Ufern von Bächen, Flüssen und Teichen, aber auch fern vom Wasser, unter Steinen, Laub und Bretern, meist in grösserer Gesellschaft. An den Ufern des Nero- und Wellritzbaches bei Wiesbaden (Thomae). Im Gebück bei Weilburg (Sdbrg.). An der Burger Brücke bei Dillenburg, selten. Häufig auf den Wiesen des Nanzenbachthals (Koch). Am Metzgerbruch (Heynemann). Am Mainufer unter Steinen und im Gras überall in grosser Menge. Ebenso um Hanau, Gelnhausen, Wächtersbach, Schlüchtern und Steinau (Speyer). Auffallend ist dagegen ihre Seltenheit in der Umgegend von Darmstadt, wo sie Ickrath nur am Ufer des Stützebachs unfern des Kranichsteiner Jagdschlosses einzeln fand. Im oberen Lahnthal und seinen Seitenthälern um Biedenkopf nirgends selten.
26. Hyalina crystallina Müller.
Crystall-Glanzschnecke.
Gehäuse durchbohrt, niedergedrückt, mit nur sehr wenig erhabenem Gewinde, glashell, ganz durchsichtig, fast farblos mit einem schwachen grünlichen Schein, glatt, starkglänzend, sehr zart; Umgänge 4½, der letzte merklich breiter, als der vorhergehende; Naht ziemlich vertieft, Mündung mondförmig, Mundsaum geradeaus, einfach. Höhe 1¼ Mm., Durchmesser 3½-4 Mm.