42. Helix depilata C. Pfeiffer.
Haarlose Schnirkelschnecke.
Gehäuse sehr weit genabelt, gedrückt-kugelig, gestreift, glänzend, hornfarbig. Sechs enggewundene, starkgewölbte Umgänge, der letzte mit einer schwachen, stumpfwinkligen Kante und weisslichem Kielstreifen; Nabel weit, durchgehend; Mündung gedrückt mondförmig; Mundsaum scharf, gerade, innen mit einer weissen Lippe belegt; Basalrand gerade, bildet mit dem kurzen Spindelrande einen Winkel. Höhe 4 Mm., grosser Durchmesser 8, kleiner 7 Mm. (L. Pfeiffer, Mon.).
Thier von dem der Hel. hispida nicht verschieden, auch die Pfeile gleich.
Diese Art ist jedenfalls die streitigste unter unseren Fruticicolen; man hält mitunter abgeriebene Exemplare von sericea, hispida und selbst rufescens für die Pfeiffer’sche depilata und bestreitet ihr demgemäss die Artgültigkeit. Die ächte, obiger Diagnose entsprechende depilata, bei der selbst mit der stärksten Loupe Haarwurzeln nicht zu finden sind, unterscheidet sich durch den weiten Nabel, das höhere Gewinde und die gedrücktere Mündung genügend von hispida und sericea, um als eigene Art angesehen zu werden.
Varietät. Am Mainufer findet man mitunter eine besonders hochgewundene und in Folge davon auch enggenabelte Form, die leicht für eine abgeriebene sericea gehalten werden kann, doch ist der Nabel immer noch weiter und weniger bedeckt, als bei dieser Art.
Im Nerothal, Wellritzthal und um Sonnenberg bei Wiesbaden (Thomae). Im Gebück bei Weilburg (Sandb.). Bei Diez (Schübler). Im Hofe des Marstalls zu Dillenburg (Koch). Um Frankfurt am Mainufer nicht selten; eine besonders grosse Form am Wendelweg. (Dickin).
43. Helix sericea Draparnaud (non Müller).
Seidenglänzende Schnirkelschnecke.
Gehäuse durchbohrt, fast kugelig, etwas niedergedrückt, hornbraun bis horngrau, wenig glänzend, feinbehaart mit kleinen, dichtstehenden, weisslichen Härchen, oft mit einem schwachen Kiel und dann mit einem weisslichen, durchscheinenden Kielstreifen. Umgänge 5, etwas niedergedrückt, Naht ziemlich tief, Mündung gerundet, breit, mondförmig, wenig breiter als hoch. Mundsaum kaum etwas erweitert, fast geradeaus, höchstens der innere mit einer schmalen Lippe belegt. Spindelrand etwas zurückgebogen, halb den Nabel deckend. Höhe 4–5 Mm., Breite 6–7 Mm.
Thier sehr schlank, hellschiefergrau bis gelbweisslich, mit sehr schlanken, dunkleren Fühlern. Kiefer mit 12–14 gleichen etwas gebogenen Leisten. Zwei kleine, stielrunde, wenig gekrümmte Pfeile.
Es wird diese Art sehr häufig verkannt, indem man etwas enger genabelte Exemplare von hispida dafür nimmt, seltener, indem man die ächte sericea für hispida ansieht. Sie unterscheidet sich von derselben sicher durch die mehr kugelige Gestalt, den engen, zum Theil bedeckten Nabel und die weitläufiger stehenden Haare.