| Jahr | Zentral-Organisationen | Zweigvereine | Mitglieder | Darunter weibliche | In Lokalvereinen | Zusammen |
| 1891 | 62 | — | 277659 | — | 10000 | 287659 |
| 1892 | 56 | 3959 | 237094 | 4355 | 7640 | 244734 |
| 1893 | 51 | 4133 | 223530 | 5384 | 6280 | 229810 |
| 1894 | 54 | 4350 | 246494 | 5251 | 5550 | 252044 |
| 1895 | 53 | 4819 | 259175 | 6697 | 10781 | 269956 |
| 1896 | 51 | 5430 | 329230 | 15265 | 5858 | 335088 |
| 1897 | 56 | 6151 | 412359 | 14644 | 6803 | 419162 |
| 1898 | 59 | — | 491955 | 13009 | 15792 | 507747 |
Das Verhältnis der verschiedenen Ausgabeposten in den einzelnen Jahren und das Wachstum der Leistungen zeigt folgende Uebersicht:
| Im Jahre | Rechtsschutz Mk. | Gemaßregelten- unterstützung Mk. | Reise- unterstützung Mk. | Arbeitslosen- unterstützung Mk. | Kranken- unterstützung Mk. | Invaliden- unterstützung Mk. | Beihülfe in Not- und Sterbefällen Mk. | Zusammen Mk. | Streik- unterstützung Mk. | Verbands- organ Mk. |
| 1891 | 10843 | 14737 | 144338 | [95]64290 | [95]— | [95]— | [95]— | 234298 | 1037789 | 154015 |
| 1892 | 9705 | 236964 | 382607 | 357087 | — | 21972 | 25284 | 1033619 | 44943 | 285475 |
| 1893 | 12542 | 28321 | 328748 | 220926 | 304648 | [95]— | 41762 | 936947 | 65356 | 292157 |
| 1894 | 12902 | 14630 | 350455 | 239750 | 425489 | [95]— | 41744 | 1084970 | 188980 | 265957 |
| 1895 | 15871 | 40307 | 302603 | 196912 | 454114 | [95]— | 42080 | 1051887 | 253589 | 274398 |
| 1896 | 18349 | 37346 | 310000 | 243201 | 430038 | 57947 | 53837 | 1150718 | 944372 | 362708 |
| 1897 | 30147 | 30973 | 289036 | 260316 | 454494 | 68088 | 64906 | 1197960 | 881758 | 439259 |
| Summa | 110359 | 403278 | 2107787 | 1582482 | 2068783 | 148007 | 269613 | 6690309 | 3416787 | 2073969 |
Auch hier tritt hervor, daß der Schwerpunkt der Thätigkeit nicht auf dem Gebiete der Arbeitseinstellungen liegt, denn in den Jahren 1891–1897 steht den für Streikunterstützung verausgabten 3416787 Mk. eine Gesamtsumme für Unterstützungen von 6690309 Mk. gegenüber, die sich unter Hinzurechnung der Ausgabe für das Verbandsorgan sogar auf 8764278 Mk. erhöht.
I. Die Lokalorganisierten.
In den vorstehenden statistischen Uebersichten sind auch Zahlen für die lokalorganisierten Arbeiter angegeben, die danach 1891 10000, 1892 7640, 1893 6280, 1894 5550, 1895 10781, 1896 5858, 1897 6803 und 1898 15792 betragen haben. Diese Angaben stützen sich auf Schätzungen der Vorstände der Zentralorganisationen, werden aber von der Generalkommission selbst als „höchst unzuverlässig“ bezeichnet, indem darauf hingewiesen wird, daß allein der nicht berücksichtigte Berliner Lokalverband der Metallarbeiter angeblich 10000 Mitglieder zählen solle. Auf der vom 20. bis 24. April 1897 in Braunschweig abgehaltenen dritten Generalversammlung des deutschen Metallarbeiterverbandes ist nun aber der Anschluß des Berliner Lokalverbandes, dessen Mitgliederzahl dabei auf 9000 angegeben wurde, zu stande gekommen, sodaß die Metallarbeiter jetzt aus der Reihe der Lokalorganisationen ausscheiden. Auf dem I. Gewerkschaftskongresse in Halberstadt waren angeblich 32805 lokalorganisierte Arbeiter vertreten, doch scheint diese Ziffer viel zu hoch gegriffen.
Obgleich hiernach die lokal organisierten Arbeiter keine große Zahl darstellen, haben sie doch schon mehrere eigene Kongresse veranstaltet. Der erste derselben wurde vom 17. bis 19. Mai 1897 in Halle a. S. unter Leitung des Regierungsbaumeisters a. D. Keßler abgehalten. Es waren 38 Abgeordnete aus 13 Orten und für 14 verschiedene Berufe vertreten, aber über den Umfang der Lokalorganisation ist auch hier kein Anhaltspunkt geschaffen, vielmehr erklärte man, daß die Mitgliederzahl noch nicht ermittelt werden könne, ein Eingeständnis, das hinreicht, um die offenbare Schwäche zu verraten[96]. Wenn die Generalkommission in Nr. 22 des Korrespondenzblattes vom 31. Mai 1897 die Zahl von 10000 für sicher zu hoch gegriffen erklärt, so ist das ganz gewiß richtig. Ein anderer Berichterstatter[97] schätzt dieselbe auf 4–5000.
Der Grundgedanke der Lokalorganisation ist, wie schon früher betont, die Auffassung, daß die Gewerkschaften die Beschäftigung mit politischen Angelegenheiten nicht entbehren könnten und deshalb, da die Vereinsgesetze in diesem Falle das In-Verbindung-Treten mehrerer Vereine nicht gestatten, besser thäten, hierauf zu verzichten; außerdem aber würden die Zentralverbände durch die Nichtbeschäftigung mit Politik zur Vereins- und Verbandssimpelei und Züchtung einer Gewerkschaftsbureaukratie geführt. Diese Auffassung fand ihren Ausdruck in folgender Resolution: