Damit war an Suevia die Reihe, in das »Käthie-Geschrei« einzustimmen, es war ein heilloser, lustiger, toller Lärm.

Rhenania folgte, Guestphalia – willig oder nicht – gleichfalls, und nun stand das Mädel mit vor Freude glühenden Backen in der Mitte der lachenden Studenten, alle fünf Seidenbänder um ihre junge Brust geschlungen, deren kleiner Veilchenstrauß ganz verdeckt war. Rot, blau, gold, grün, weiß, gelb, schwarz, alle Farben flimmerten im Seidenglanz auf ihrer weißen Bluse; bald blickte sie lachend und etwas verwirrt im Kreise umher, bald auf ihre neuen Bänder, die auf ihrer Brust auf und ab tanzten.

Dann – ohne Ueberlegung wie immer – nahm sie das nächste beste Bierglas (es gehörte dem kleinen Graumann Rhenaniae) und hob es hoch:

»Ihr seid’s alle lieb! Prost, alle!«

Und mit einem langen Zuge leerte sie das volle Glas.

Da fühlte sie sich umfaßt und emporgehoben. Es war der tolle Fink von den Vandalen, der sie unter dem Knie ergriffen und wie eine Feder hoch in die Höhe geschwenkt hatte:

»Käthie soll leben!!«

»Käthie!!«

Sie hielt immer noch das leere Bierglas in der Hand, sie wollte etwas sagen, vielleicht schelten, aber unter sich sah sie hundert bunte Mützen, hundert lachende Gesichter, hundert Gläser, die sich ihr entgegenstreckten, und da lachte sie – lachte – –

Tusch!