Nun wird es natürlich wieder Leute geben, die nie zufrieden sind, wo es sich um den Schluß einer Geschichte, die man ihnen erzählt, handelt; die alles immer noch genauer und ausführlicher zu wissen wünschen, als der Erzähler es vortragen kann oder — will. Wo es sich um eine Hochzeit handelt, wollen sie die Zahl der Musikanten kennen, wo eine Taufe das Ende ist, soll ihnen nicht ein einziger Gevatter unterschlagen werden, und im vorliegenden Falle (o, ich kenne sie!) möchten sie mit „zur Leiche“ gehen, das heißt den guten alten Vater Sixtus mit begraben, und dann ganz genau in Erfahrung bringen, ob Schloß Werden wirklich ebenso vom Erdboden verschwunden sei wie die Nester, die wir aus dem Schlosse einst in die Luft und das grüne Gezweig hingen, oder was eigentlich zu allerletzt der Vetter Just Everstein damit angefangen habe. Ich für mein Teil hätte nun wohl noch mancherlei von Ewald und Irene zu berichten; aber sonderbarerweise würde ich dafür die wenigsten aufmerksamen Ohren finden, denn „Das kann sich ja ein jeder leicht denken“.
Und so sage ich nur, daß Irene mir die Instandhaltung eines Kindergrabes auf einem Berliner Kirchhofe anvertraut hat, und daß es mir, unberufen, sonst nach Wunsch geht. Was das übrige anbelangt, z. B. auch Jule Grote und Mademoiselle Martin (Schloß Werden nie zu vergessen!), so weiß nur der Vetter Just Everstein das Allergenaueste. Wer also noch eine Frage auf dem Herzen hat, der wende sich an ihn. Von Bodenwerder, wo der Freiherr von Münchhausen geboren wurde, führt der Feldweg nach dem Steinhofe an jenem Steine vorbei, auf welchem er — der Vetter Just — den Kopf in den Händen und die Arme auf die Kniee stützend und so in das Blaue hineinstarrend — einst saß und wartete auf menschliche Schicksale.
Anmerkungen zur Transkription
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- ... unsterblichen Göttern sei Dank, daß dem so war! das wir einmal ...
... unsterblichen Göttern sei Dank, daß dem so war! [daß] wir einmal ... - ... Sixtus und Irene Everstein!“ ...
... Sixtus und Irene Everstein! ... - ... Warnungsruf von dorther nicht mehr zu erreichten vermöchte. ...
... Warnungsruf von dorther nicht mehr zu [erreichen] vermöchte. ... - ... schlimmen Shylok mit Messer und Wagschale seine Existenz ...
... schlimmen [Shylock] mit Messer und Wagschale seine Existenz ... - ... an den Magister Matheseos, Fritze Langreuter? und an meine ...
... an den Magister [matheseos], Fritze Langreuter? und an meine ... - ... davon, das es sehr süß ist, eine junge Geliebte vom Wagen zu ...
... davon, [daß] es sehr süß ist, eine junge Geliebte vom Wagen zu ... - ... wieder; wenn du Lust hat, male dir alles übrige dazu oder ...
... wieder; wenn du Lust [hast], male dir alles übrige dazu oder ... - ... Da mußt du dich lieber an Mamsel Martin wenden; die war, ...
... Da mußt du dich lieber an [Mamsell] Martin wenden; die war, ... - ... fing das Kind leise an zu wimnern, und der Vetter, die Mutter ...
... fing das Kind leise an zu [wimmern], und der Vetter, die Mutter ... - ... Was hatten Schloß Werden und der Steinhof und die Gärten ...
... Was hatten Schloß Werden und der Steinhof und die Gärten[,] ... - ... worden sein?“ ...
... worden sein? ... - ... Ich sagte nichts, denn ich hatte nichts zu sagen. Die Wunder ...
... Ich sagte nichts, denn ich hatte nichts zu sagen. Die Wunder[,] ... - ... „Sieh,“ sieh.“ ...
... „Sieh, sieh.“ ... - ... nimmer hatte ich ein vertrakt unleserlich Pergament-Manuskript ...
... nimmer hatte ich ein [vertrackt] unleserlich Pergament-Manuskript ... - ... ich lade sie hiermit freundschaftlichst zum Frühstück. Nachher ...
... ich lade [Sie] hiermit freundschaftlichst zum Frühstück. Nachher ... - ... und komm ruhig und behaglich nach Werden. Ich aber gehe. ...
... und komm ruhig und behaglich nach Werden. Ich aber gehe.[“] ... - ... widerspiegeln, und er wendete sich, zuckte die Achseln und sagte. ...
... widerspiegeln, und er wendete sich, zuckte die Achseln und sagte[:] ... - ... Es ist ein gar nicht angenehmes Gefühl, und einen rechten ...
... [„]Es ist ein gar nicht angenehmes Gefühl, und einen rechten ... - ... Baden-Baden, Homburg oder Aix-la-chapelle! Wir wohnen ...
... Baden-Baden, Homburg oder Aix-la-[Chapelle]! Wir wohnen ... - ... um uns her ist nur, wie Mr. Viktor Hugo sagt in den Orientales: ...
... um uns her ist nur, wie Mr. [Victor] Hugo sagt in den Orientales: ... - ... Ein halbe Stunde später befanden wir uns bereits auf dem ...
... [Eine] halbe Stunde später befanden wir uns bereits auf dem ... - ... Pastor der Ortes kam noch einmal und saß eine geraume Weile. ...
... Pastor [des] Ortes kam noch einmal und saß eine geraume Weile. ...