„Geht nicht! Alles auf Befehl! Kümmert euch so wenig als möglich um uns; ihr handelt nach Belieben, wir nach Befehl!“
„Aber unser Belieben ist, daß ihr euch hinschert, woher ihr gekommen seid!“ brüllte Hans Römer aus Erfurt. „Geht, oder es setzt mein’ Seel blutige Köpfe!“
„Unser Befehl ist, daß wir gehen, wohin euch der Satan treibt. Am Höllentor kehren wir um, das ist der Befehl. Genug der Worte.“
Damit wandte der Hohenlohesche Rittmeister sein Roß und sprengte zurück zu seinen Reitern, welche unbeweglich auf einer kleinen Erderhöhung hielten und im Gegensatz zu dem tobsüchtigen, wüsten Gebaren der Meuterer nur leise Worte des Zorns und der Verachtung hatten.
Auf seinem Schmerzenslager hatte Christoph von Denow halbblinden Auges und klingenden Ohres den Vorgang angesehen und angehört. Jetzt mußte er auch ohnmächtiger Zeuge der wilden Reden um ihn her sein.
„Das ist solch ein falsch Spiel von dem Grafen — das ist eine Falle. Sollen uns schützen vor den Speerreitern! — Lauter Sorg und Lieb, bis sie uns den Hals zuschnüren! — Nichts von dem Grafen von Hollach! Fort mit den Reitern des Holländers! Feuer auf sie! In die Spieße! in die Spieße mit ihnen!“
„Die Rasenden! die Niederträchtigen!“ stöhnte Christoph von Denow, die Hände ringend. „Und hier liegen zu müssen gleich einem abgestochenen Schaflamme! Halt, halt, was wollen sie tun?!“
Seine schwache Stimme ging verloren in dem Lärm „fort mit Holländern, fort mit dem Grafen von Hollach!“
Mit einem Schlage setzte die ganze Masse der Meuterer im Sturmlauf an gegen das kleine Häuflein der Reiter.
„Hab’s mir wohl gedacht,“ brummte der Rittmeister in den grauen Bart. „Achtung, Gesellen! Stand gehalten — das ist der Befehl. Herunter mit den Schuften, wenn sie euch nahe kommen.“