Doch wer auf eine solche Weise, wie er, im Hafen von Lindau anlangte, der mochte, nachdem das Schifflein am Lande lag, wohl selbst den Hut hin und wieder rücken um die Frage: Was nun? und wohin nun? Der Korporal Sven stand und blickte an der nahen Stadtmauer empor und durch den dunklen Bogen, welcher in das Innere der Stadt führte, hindurch und rieb sich die Stirne. In dem nämlichen Augenblick aber erschien über der Mauerbrüstung ein dicker, roter, von schneeweißem Haar umflusterter Kopf, der sich ächzend auf zwei gewaltige Fäuste legte und entsetzlich gähnend auf den See hinausstarrte. Dasselbige Haupt spie verächtlich von der Mauer der freien Reichsstadt hinab; ein nicht geringer Mund öffnete sich, und — plötzlich — ganz unvermutet und von einer solchen Erscheinung auch gar nicht zu vermuten, fing das Ding an zu singen, und zwar eine Weise, welche im Munde des schwedischen Volkes schon seit mehr denn hundertfünfzig Jahren umging.
Und in schwedischer Zunge sang das Unding auf der Mauer heiser und gräßlich:
„König Gustav reitet nach Dalarne
Zum Thing mit den Dalkarlen sein;
Doch Christiern liegt vor Södermalm
Und frißt gestohlene Schwein;“
und wie heulend in Verdruß, Ärger, Entrüstung und Wehmut:
„König Christiern sitzt in Stockholmschloß
Und säuft unsern Met und Wein!“
„Blitz und Donner! Alle guten Geister!“ stöhnte der Korporal Sven Knudson Knäckabröd, versteinert nach dem Sänger aufstarrend; doch der da oben gähnte noch einmal und scheußlicher als zuvor, und fuhr fast noch unmelodischer fort: