Dem sei es gegönnt von ganzem Herzen,

Auch einmal einfach närrisch zu scherzen,

Ohne versteckte Gedankentiefen

Seine Freude zu haben am Naiven.

Mit freundlicher Erlaubnis des Verlegers und des Sohnes des Verfassers abgedruckt aus Friedrich Theodor Vischer’s
Gedichtsammlung „Allotria“
(Stuttgart: Verlag von Adolf Bonz & Co.).

Peter Rosegger:
Als ich das erste Mal
auf dem Dampfwagen saß.

Mit freundlicher Erlaubnis des Verfassers und des Verlegers abgedruckt aus dem 1. Bande von Peter Roseggers Buch „Waldheimat. Erinnerungen aus der Jugendzeit.“ (Leipzig: Verlag von L. Staackmann, 18. Aufl. 1902).

Als ich das erste Mal
auf dem Dampfwagen saß.

Mein Pate, der Knierutscher Jochem — er ruhe in Frieden! — war ein Mann, der alles glaubte, nur nicht das Natürliche. Das Wenige von Menschenwerken, was er begreifen konnte, war ihm göttlichen Ursprungs; das Viele, was er nicht begreifen konnte, war ihm Hexerei und Teufelsspuk. — Der Mensch, das bevorzugteste der Wesen, hat zum Beispiel die Fähigkeit, das Rindsleder zu gerben und sich Stiefel daraus zu verfertigen, damit ihn nicht an den Zehen friere; diese Gnade hat er von Gott. Wenn der Mensch aber hergeht und den Blitzableiter oder gar den Telegraphen erfindet, so ist das gar nichts anderes als eine Anfechtung des Teufels. — So hielt der Jochem den lieben Gott für einen gutherzigen, einfältigen Alten (ganz wie er, der Jochem, selber war), den Teufel aber für ein listiges, abgefeimtes Kreuzköpfel, dem nicht beizukommen ist und das die Menschen und auch den lieben Gott von hinten und vorn beschwindelt.

Abgesehen von dieser hohen Meinung vom Lucifer, Beelzebub (was weiß ich, wie sie alle heißen), war mein Pate ein gescheiter Mann. Ich verdankte ihm manches neue Linnenhöslein und manchen verdorbenen Magen.