des gelben Tibers — will sagen, der gelben Weser?
Was hat euch der falsche Punier, der grimmige Unhold
Hannibal für euren und meinen Durst übrig gelassen?“
„Wenn Ihr den Fougerais meint, Magister — da! da läuft es!“ schrie wie ein Mann wütend die Wacht am Brucktor zu Huxar, auf den Weserstrom deutend.
„Dieses Faß wird Euch so leicht nicht auslaufen, Herr Doktor!“ brummte einer der Münsterschen Musketierer über die Schulter; der Student aber schüttelte sich:
„Brr! — er ist zuletzt abmarschiert, seinem Meister Turennius nach; — ultimo scabies, die Krätze auf den Letzten. Bei den unsterblichen Göttern, ihr Herren, da mag selbst dem Gutherzigsten der Germanen sein kimmerischer Tag allzu grau werden, um den Horaz zu zitieren. Gebt mir Feuer auf meine Pfeife.“
Das geschah, und in dem nämlichen Augenblick kam von drüben her über den Fluß ein heiserer Ruf, und ein schwarzer Mann winkte durch die Abenddämmerung mit seinem weißen Sacktuch. Herr Lambert Tewes, der sich zweier Augen von Falkenart rühmte, sagte:
„Ich hab’ ihn zu Hause gesucht, um noch einmal kläglich vor ihm zu tun. Doch chère tante, ehe sie mir die Haustür vor der Nase zuschlug und verriegelte, tat mir kund, der Herr Oheim sei nicht zu Hause, sei über die Weser zum Herrn Amtsbruder in Boffzen. Ecce vir excellentissimus — avunculus divinus ac singularis, — und siehe ein Mönch und ein alt Weib in den Handel! Hinüber, Fährmann, und holt mir den Herrn Oheim, ich brauche ihn notwendiger, als ihr euch vorstellen möget, ihr Herren und guten Freunde.“
„Ich hab’ es dir schon lange gesagt, daß du dich endlich aufmachest, Hans,“ fiel einer der Spießträger bei. „Es ist unser Herr Pastore, der zuletzt ungeduldig geworden ist.“
Das wirkte. Der Fährmann stand auf, reckte sich, gähnte, stieg in sein Schiff und griff nach dem Seil. Seinen Platz auf der Bank nahm, wie gesagt, der Student ein.