Er war mir voran gewatschelt, hatte mir die Tür geöffnet, und nach einem Augenblick stand ich abermals vor der Tochter des Försters Tofote in einem ziemlich geräumigen, glänzenden, von einer Gaskrone tageshelle erleuchteten Gemache. Ganz reizend sah das junge Mädchen in ihrer bunten, blendenden, aber durch das verschiedenartige Grün vieler kunstvoll zusammengestellter künstlicher Gärtnergewächse gesänftigten Umgebung aus, und einen Moment lang verstand ich einmal wieder den Meister Autor, der sie doch auch wohl in einer solchen Umgebung gesehen hatte, nicht mehr.

»Dieser Herr Vollrad von Wittum wär ein Urnarr, wenn er nicht bleiben würde,« sagte ich in der Tiefe meiner Seele, als das Fräulein mir entgegentrat, mir die Hand bot und sagte:

»Es ist sehr freundlich, daß Sie meine — unsere Einladung nicht ablehnten.«

»Haben Sie das glauben können, gnädiges Fräulein?«

Es war eine etwas heiße Hand, die sich in die meinige legte, und das Kind sah ein wenig angegriffen aus; auch ein etwas unbehagliches Zucken spielte durch das Lächeln, in welchem Gertrude meinte:

»Man hat jetzt so wenig Zeit. Jedermann ist so sehr beschäftigt — so sehr in Anspruch genommen. Nur wir — haben immer Zeit.«

»Wer wir, mein Fräulein?«

»Ich!« sagte das Waldfräulein. »Ich habe Zeit — o, ich habe viele Zeit!«

»In diesem bunten Dasein?«

»Ja, in diesem bunten Dasein. Wollen wir uns nicht setzen? wir sind noch allein, — die übrigen Herrschaften, welche die Freundin lud —«