»Ich bitte nach Menschenmöglichkeit um Entschuldigung,« sagte der Schwarze, »aber es ging um mein Leben, wenn ich nach Hause kam, ohne Sie gesehen und gesprochen zu haben.«
»Um Ihr Leben, Ceretto?«
»Oder um meine Augen, was mir doch auch verdrießlich gewesen sein würde.«
»Und wer —«
»Pst!« sagte der Neger, mit dem Finger auf den Lippen, und blickte grinsend über die Schulter nach der Tür zurück, als ob er erwarte, daß sofort jemand hervorstürzen würde, um die fernere Ausführung seiner Sendung zu übernehmen. Dann trat er auf den Zehen so nahe als möglich an mich heran und stöhnte kläglich:
»Oh!«
»Etwas deutlicher und etwas weniger geheimnisvoll, wenn ich bitten darf, Ceretto!« rief ich kläglich und geärgert. »Ihr wißt, daß ich zu allen Zeiten mit Vergnügen höre, was Ihr mir zu sagen habt — selbst wenn es der Auftrag eines andern ist — aber augenblicklich — bin ich — ein wenig sehr beschäftigt — in Anspruch genommen — kurz — ich bitte Sie, Ceretto, fassen Sie sich so kurz als möglich.«
»Mit dieser Absicht kam ich, Herr. Also ganz kurz — unsere Freundschaft ist zu Ende.«
»Unsere Freundschaft?«
»Ist aus und zu Ende! Sie haben sich bei den Ohren gehabt und einander die Gesichter zerkratzt wie zwei Konkurrentinnen, die einander grad gegenüber jede einen wilden Mann sehen lassen. Ich habe das als einer der wilden Indianer einmal selber erlebt, doch damals behielt mich meine Prinzipalin und ich meinen Dienst. Diesmal und unter andern Umständen ist mir auf Michaelis gekündigt worden, und wenn Sie, verehrter Herr, mich dann gebrauchen können, stelle ich mich schon heute zur Verfügung. Sonst ist alles in der schönsten Ordnung, und selbst der Herr Autor Kunemund wäre nicht imstande, eine größere Ordnung hineinzubringen.«