Sie wollten in Mainz ein stolzes Gericht über ihn halten, aber sie wagten es nicht vor den Bürgern; so war es draußen in Ingelheim, wo sie den Greis, höher an Wuchs und Würde als einer der Fürsten, in die Schmach ihrer Anklagen brachten.

Da konnte die Kirche sich rächen an ihrem stolzen Verächter; da fand der Grimm der Vasallen die Grafen und Großen bereit, den Kaiser der Bürger und Bauern zu dämpfen; da ließ der Sohn es geschehen, daß rechtlose Richter Heinrich dem Vierten das Königskleid nahmen.

Sie wiesen dem todwunden Geier die karolische Pfalz in Ingelheim an; aber noch einmal hob er die mächtigen Flügel: Heinrich der Vierte entfloh seiner Haft, und als der frevelnde Sohn mit seiner Vasallenmacht kam, ihn zu fangen, wiesen die Bürger von Köln und Lüttich ihm blutig die Tore.

Schon mußte der Sohn sich bequemen, andere Botschaft zu senden, da brachte ihm ein Gesandter den Ring und das Schwert seines Vaters und sein letztes Vermächtnis: wie er geboren war, starb Heinrich der Vierte als König, kein Haß trübte dem Greis die letzte Verpflichtung.

Otbert der Bischof von Lüttich ließ seinen Leib in der Kirche begraben; das Volk jammerte laut um seinen Vater und Freund; aber der Haß seiner Feinde strafte den Bischof und gönnte der Leiche nicht ihren Frieden.

Als sie den Sarg des Gebannten hinaus auf die Maasinsel brachten, kamen die Bauern herbei aus den Feldern, warfen das Korn über den Sarg und streuten die Erde des Grabes auf ihre Acker, daß Korn und Acker geweiht wären.

Daß ihm der Vater nicht draußen läge gleich einem Hund, hieß Heinrich der Sohn die Leiche im steinernen Sarg hinauf nach Speyer geleiten, und er gab ihr den Platz im Dom nach der Reihe der salischen Kaiser.

Aber noch durfte Heinrich der Vierte nicht versammelt sein bei seinen Vätern; zum andernmal trugen die zornigen Hände der Kirche den Sarg des Gebannten hinaus, daß er die Gruft nicht entweihe.

Der mit dem Frevel in Kaiserswerth zänkisch begann, der in Canossa lichterloh brannte, mit üblen Gerüchen in Ingelheim schwelte: der Haß seiner Feinde ließ seine Asche nicht ruhen und schmähte sein stolzes Gedächtnis.

Das Volk behielt Heinrich, den Vater und Freund und sein grausames Schicksal treu und traurig im Herzen.