Fünf Kronen trug sein silbernes Haar und wollte die sechste im Heiligen Lande gewinnen, als er, der Greis, im Jubel der Völker das Kreuz nahm.

Er hatte als Jüngling den Kreuzzug Konrads mitgelitten und kannte die Wüstengefahr; wie ein Hausvater seine Tage bestellt, ließ er das Reich seinem Sohn, sich selber der Kirche zu weihen.

Noch einmal schäumte das Abendland gegen das Morgenland auf; aus Frankreich, England und Deutschland kamen die Ritter mit ihren Knappen, dem Kaiser zu folgen, der als Greis die kühne Fahrt wagte.

Klüger als Konrad und besser gerüstet, gelang ihm der mühsam gefährliche Ritt durch die Wüste; schon war Ikonium sein und das cilicische Gebirge gewonnen, als der Kaiser im Saleph ertrank.

Wie der staufische Jüngling sein Abenteuer auf fremder Erde begann, so sank er dem Reich hin in der Fremde; mit seiner greisen Rittergestalt war die deutsche Herkunft der Staufer gestorben: Heinrich der Sechste, der Sohn seiner Macht, ging nach Palermo.

Der Sohn der Macht

Heinrich, der staufische Jüngling, hatte die ältliche Erbin des normännischen Goldes gefreit; die Völker kamen nach Mailand, die staufische Macht zu bestaunen, als der Kaisersohn mit Konstanze, der Königstochter von Sizilien, die prahlende Hochzeit hielt.

Die Kaisermacht spannte den Bogen über den Stuhl von Sankt Peter hinüber; von der kalten Meerküste bis in die südlichen Mittelmeergärten reichte die Schwerthand der Schwaben.

Nordsturm fiel über die sonnigen Küsten, darin Blüte und Frucht erfroren, als das normännische Seeräuberglück an den Sohn der staufischen Macht kam.

Sein Herz war hart und sein Mund blieb verschlossen; wo Friedrich der Rotbart mit fröhlicher Grausamkeit ritt, stand Heinrich der Sechste mit finsterer Strenge.