Schiffe brachten den Wein und Wagen das Tuch zu Gewändern, Saumtiere trugen Gewürz und feine Gewebe, auch köstliche Steine und Silber: die Gaben des Wohlstandes gingen dem Händler mit reichem Gewinn durch die Hände.

Für die Marktsicherheit sorgte der Stadtherr, aber draußen im Land war das Gut der Schiffe und Wagen gefährdet: unrechte Zölle, diebische Herbergen, gewalttätige Räuber lagen ihm auf, und schlechte Marktknechte brachten den Händler um seinen Gewinn.

So mußte der Stand dem Einzelnen helfen: den Zünften der Handwerker gleich hatten die Händler den uralten Geschlechterverband lebendig gemacht in den Gilden; die hielten der Waage daheim das Recht und den Nutzen und reichten mit silbernen Händen hinein in die Fremde.

In Wisby auf Gotland, in Nowgorod weit in der östlichen Kälte, in Venedig und London standen die stolzen Häuser der Gilde, und über das Reich war das Netz ihrer Geltung gebreitet.

Den Kaufmann des Kaisers hießen sie draußen den Gildegenossen; und wie der Ritterstand Ehre und Ruhm eintrug, so war der Kaufmann des Kaisers im Abendland ehrlich geachtet.

Der Ritter trug Lanze und Leben im Dienst der Lehensgewalt: sein Stand war mächtig, weil ihm der Einzelne Ehre und Tapferkeit zutrug; der Kaufmann saß in der Gilde geborgen, wo er auch war: der Einzelne galt in der Welt, weil ihm der Stand Schutz und Geltung verschaffte.

Der Ritter diente der Ehre, der Kaufmann dem Nutzen; aber die Gilde war auch ein Reis der freien Gemeinde: Huld und Treue zwangen den Pfennig, dem Taler der Gilde redlich das seine zu halten; und das Wort war ein Mann, auch im Nutzen.

Walpod

Walpod, ein wohlhabender Bürger in Mainz, sah mit Zorn, wie die Großen und Grafen das Reich in Unfrieden hielten, und wie die Hände der Ritter zum Raub lose waren; denn der staufische Traum war geträumt, und keine Kaisermacht hielt das Unrecht in Schranken.

Er rief die Bürgerschaft auf, selber ihr Recht in die Macht zu stellen; so schwuren sich Mainz und Worms den Bund, dem Oppenheim beitrat, Raub und unrechten Zöllen zu wehren.