Lübeck, Wisby und Riga schlossen zuerst den Bund des gemeinen Kaufmanns gegen den dänischen König und wußten ihr Recht mit dem Schwert trotz Kaiser und Fürsten zu wahren.

Hansa, das ist Schar, hießen sie ihre Gemeinschaft, und so glückte dem lübischen Rat die Geltung der Schar, daß die Gesandten der Könige kamen, mit ihm zu verhandeln.

Aber danach war Waldemar König der Dänen, den sie Atterdag nannten; er trat dem hansischen Hochmut die Haustür ein: Wisby auf Gotland ging der Hansa verloren, die hansische Flotte wurde bei Helsingborg bitter zur Demut genötigt.

Fünf Jahre lang lag der hansische Hochmut darnieder, bis Winrich von Kniprode ihn wieder weckte: mit kluger Verhandlung und zündender Rede brachte der starke Deutschordensmeister die Städte der Ostsee noch einmal zusammen, das preußische Schwert an die Geltung der Hansa zu wagen.

So kam über Nacht die hansische Tagfahrt in Köln zustande: siebenundsiebzig Städte beschworen der Hansa den Bund; so übergroß wuchs die Macht der Kontore, daß Waldemar den Kampf nicht mehr wagte.

Im Frieden zu Stralsund wurde den Dänen die hansische Rechnung gemacht; die Kaufleute zwangen den König, mit gutem Silber zu zahlen, und waren hochmütig genug, nicht handeln zu lassen.

Seit dem Tag von Stralsund wehte die hansische Flagge über den nordischen Meeren; sie kam herein in den Hafen, wie der Fürst ins Gefolge, wie der Mond in den Sternenplan steigt.

Die hansischen Herren ließen dem Kaiser das Reich und den Fürsten die Ritter: sie blähten die Segel im Wind und hingen die Wimpel der Schiffahrt aus an den stolzen Rathäusern.

Die Welt war weit und der Reichtum stand in hundert Höfen gestapelt: die Hansa brachte ihn ein von den kältesten Küsten; Wikingerlust im Bürgerkleid saß in den reichen Kontoren, die Sagen tollkühner Fahrten standen vergüldet im hansischen Glück.