Seines Amtes entsetzt und vogelfrei als Verräter, kam er nach Eger, noch immer ein Fürst der Gewalt, abgöttisch geehrt und gefürchtet; er wollte sich offen den Schweden zuwenden, aber der kleine Verrat kam dem großen zuvor.
Es war ein Gastmahl in Eger, da wurde dem künftigen König von Böhmen getrunken, und der Meuchelmord lauerte hinter der Tür; als die Lustigkeit satt war, brachen die Mörder hervor und stachen die trunkenen Schwertbrüder Wallensteins nieder.
Ihn selber fanden sie wehrlos im Schlaf; er hatte den Abend mit Seni verbracht, den drohenden Stand der Gestirne zu deuten, nun trat der schwarze Beschluß durch die krachende Tür in seine Wirklichkeit ein.
Er war durch den Lärm geweckt noch ans Fenster getreten, als er die Hellebarde vor seiner Brust sah; wortlos mit offenen Armen nahm er sie auf: im Tod noch ein finsterer Meister.
Dreitausend Seelenmessen hieß der Kaiser in Wien dem Wallenstein lesen, und hängte das Gold an die Mörder; auch floß eine Habsburger Träne dem Schicksal, das ihm so grausam und tückisch zu handeln befahl.
Bernhard von Weimar
Als Wallenstein starb, stand der große Krieg still, aber der kleine Krieg wollte Deutschland verderben; Faust und Feuer und Raub hatten ein wildes Geschlecht gezüchtet; schon krähte der Hahn nach dem Morgen, aber noch hielt die gramvolle Nacht dem bösen Gezücht den Morgenschlaf hin.
Über dem Haß der Parteien hatten noch Sterne gezittert, nun starben sie hin im Grauen der Helle: der aber den Schaft der blaugelben Fahne hielt – einen Stumpf nur mit Fetzen behangen – den Prinzen Bernhard von Weimar riß seine Fahrt noch ins Morgenrot hin.
Er hatte das sächsische Feld bei Lützen gehalten und war wie ein Feuer im Wind zur bayrischen Donau gefahren, er hatte das fränkische Land mit seinen Siegen erfüllt und war der Herzog des Landes um Bamberg und Würzburg geworden: aber die Schlacht bei Nördlingen nahm ihm den Ruhm und das Land; seit Breitenfeld wurde kein Heer so geschlagen.
Oxenstjerna, der schwedische Kanzler, hatte mit eiserner Stirn den Tod seines Freundes, des Königs, erfahren; nun stand er zum andernmal leer vor dem Glück: die Schwedenherrschaft im Reich war aus; hoch stieg der Kaiser.