Für einen Tag blühte die Heimat aus uralten Freuden, der Frieden spannte den Himmel blau und hell übers Land, das Feld lag in Sonne, wie einer Braut strich zärtlicher Wind der blühenden Wiese die Wangen.

Uralt und heilig stand über dem neblichten Tag die helle Herkunft der Dinge und hielt die Menschen umfangen im Netz ihrer starken Gesetze.

Der Schritt des Lebens war tapfere Tat, und mit den Waffen zu sterben, sein fröhlichster Ruhm; aber das Wort war ein Schwur über dem Schwert, und stärker war keiner geschützt mit Waffen, denn der als Gast in ein Haus kam.

Der kimbrische Schrecken

An der kalten Meerküste begann der Malstrom zu mahlen, der die Springflut germanischer Völker über das Abendland brachte, über das Schwertreich der Römer und über die Ernte der Mittelmeergärten: die Kimbrer waren sein frühester Schrecken.

Mit Wagen, Herden, Greisen und Kindern, im Wuchs der riesigen Leiber halb nackt, mit Speeren, Schilden und Hornzier der Helme gleich Tieren der neblichten Wälder gerüstet: so kamen die kimbrischen Völker ins römische Land der Taurisker.

Als ob die Götter den Furchtbaren hülfen auf dem Feld von Noreja, fiel ein Gewitter über die Schlacht, donnernd zum dröhnenden Schildruf der Kimbrer; die Feldkunst der stolzen Kohorten erlag der Speerkraft von Norden: mit den Läufern nach Rom lief der kimbrische Schrecken.

Aber die Kimbrer wichen zurück in die Wildnis und wandten sich westwärts ins gallische Land, weil sie Weide und Land, nicht Streit suchten.

Da hielten die Heere der Konsuln die Tore bewacht im Gebirge; zum andernmal schlug der kimbrische Schrecken den Römern das Schwert aus der Hand, aber noch immer mieden die Sieger das Land der Kohorten.

Elf Jahre lang irrten sie landsuchend hin im Lebensumstand der Wagen und Herden, mühsam hinüber ins spanische Land und mißlich zurück in die östlichen Berge, bis sie das Alpentor fanden.