Da konnte der König sich selber und einen mühsamen Tag für flüchtige Stunden vergessen, da konnte der Spötter von Sanssouci, boshaft und wild und seines Witzes vermessen, den Übermut zeigen.
Manch boshaftes Wort ging seinen blitzschnellen Weg an die Höfe, bis es das richtige Ohr fand; was er an bitterer Feindschaft danach zu fühlen bekam, hatte der König in Sanssouci keck übernommen.
Im preußischen Volk ging die Sage von seinen seltsamen Nächten, wo er um witzige Worte die Schlachten nicht weniger heiß als um Schlesien schlug, wo er auf blankem Parkett mit ledernen Stiefeln stand, zärtlich die Flöte zu blasen, wo der König im Kreis seiner Franzosen ein Mensch war, indessen sie nur den scharfen Herrn und kargen Sachwalter zu sehen bekamen.
Ein Fremdling im eigenen Land, verzaubert in fremdes Wort und Werk und fremde Wertschätzung, saß Friedrich in Sanssouci; wo ein funkelnder Geist die letzte Erfüllung fand, war sein Volk nicht zu Hause.
Der Kriegsherr
Als Friedrich zum drittenmal auszog, den Frieden zu brechen, hatte sich rings um das preußische Glück der Kreis seiner Feinde geschlossen: Frankreich und Österreich, Rußland und Sachsen und Schweden standen im Bündnis gegen den König; und mehr als Schlesien sollte es gelten.
Elf Jahre lang hatte die Hofburg heimliche Fäden geflochten, im zwölften sollte das Netz den frechen Spötter von Sanssouci fangen: aber der König bekam warnende Kunde aus Holland und hieb in die Maschen.
Wohl fing er bei Pirna das sächsische Heer und konnte in Böhmen eindringen, aber der Feldmarschall Daun stand besser gerüstet; bei Kolin schlug er dem König das Glück und das Schwert aus der Hand.
Indessen der siegreiche Feind ihm Schlesien nahm, mußte Friedrich nach Sachsen zurück, den kläglichen Rest seiner Kriegsmacht zu sammeln.
Da kam schon Soubise mit der Reichsarmee an, und das Glück lachte den stolzen Franzosen, den schweißenden Fuchs zu fangen; bei Roßbach hatten sie ihre Falle gestellt, aber der Fuchs biß sich durch, ehe sie dachten.