Das Wunder der Völker gelang: die Heere marschierten nach Frankreich, und deutsch war wieder der Rhein.

Aber vom Rhein bis zur Elbe lagen die Länder von ihren Fürsten verlassen, und das Bauernvolk sah die wilden Kosaken von heute nicht freundlicher an als die flinken Husaren von gestern.

Das eroberte Land zu verwalten, war der Reichsfreiherr vom Stein eingesetzt von den Siegern; indessen die Bänglichen noch den Atem anhielten vor dem kühnen Wagnis im Westen, war er geschäftig, das kommende Reich zu gestalten.

Er haßte die Rheinbundfürsten, die nun den Korsen verließen, um ihre Throne und Thrönchen zu retten; er war der deutsche Gedanke und wollte seine Gestalt, daß von Straßburg bis Memel, von der Etsch bis zum Belt wieder ein deutsches Vaterland wäre.

Wie seine starke Hand im Namen der Sieger die Länder aufraffte, so sollte bald wieder über den Völkern die starke Reichs- und Kaisergewalt sein.

Aber nicht mehr ein Kaiser der Fürsten und die vergoldete Puppe nur einer Scheingewalt: eine starke Verfassung sollte ihm zu der Krone das Schwert in die Hand geben, und Träger solcher Verfassung sollte die einige Volksgewalt sein.

So baute der deutsche Gedanke das Reich, indessen die siegreichen Heere in Frankreich das korsische Schreckbild der Fürsten zerschlugen; so träumte die deutsche Erhebung noch ihren herrlichen Traum, indessen die Höfe, des Schreckbildes ledig, das Ränkespiel ihrer dynastischen Hoffart schon wieder begannen.

Der Wiener Kongreß

Die Völker hatten das ihre getan, nun kamen die Fürsten, Ernte zu halten; Napoleon wurde nach Elba verbannt, und die Bourbonen brachten die Lilie nach Frankreich zurück; den Ländergewinn zu verteilen, beriefen die Sieger den Wiener Kongreß.