Noch einmal gelang es dem Meister der Schlachten, die Preußen bei Ligny zu schlagen, und Blücher der greise Feldmarschall mußte sein Ungestüm büßen; aber die preußische Landwehr, durch Gneisenau trefflich geführt, vollbrachte das Wunder, am dritten Tag wieder im Feld, auf schlechten, verregneten Wegen bei Waterloo siegreich zu sein.
Von seinen Ministern verraten, verlassen von seinem Volk mußte der Kaiser zum andernmal in die Verbannung; aber nun sollte der Wolf nicht wieder den Geißen das Siegerglück stören.
Eine Insel im Weltmeer, tausend Meilen entfernt von seinen Taten, bewacht von englischen Schiffen, wurde dem letzten Kaiser der abendländischen Welt sein hartes Gefängnis, indessen die Fürsten zum andernmal kamen, den Jahrmarkt der Kronen und Krönchen zu feiern.
Die heilige Allianz
Das Blut der Völker hatte den Tag der Befreiung gebracht; aber die Fürsten, von ihrer Bedrängnis befreit, wußten den Völkern das Morgen- und Abendrot frech zu verstellen.
Nie sollte Deutschland wieder der fürstlichen Willkür verfallen, in freier Gemeinschaft sollten die Stämme ein Volk, die Länder ein Reich sein: so hatte der Reichsfreiherr vom Stein die Erhebung gewollt, so hatte sie Fichte mit glühenden Worten verkündigt, so hatten die Wachtfeuer von den Bergen geflammt.
Aber die Fürsten in Wien und ihre Minister brauchten das Feuer nicht mehr, sie bliesen es aus und dämpften die glühenden Kohlen; sie flickten das Bundesgebäude der Fürsten zusammen und stellten ihr Kerzenlicht auf, es zu erhellen.
Nur ein Staatenbund sollte das deutsche Vaterland werden; kein Reich, kein Kaiser, kein Kurfürst sollte die Fürstenherrlichkeit stören, kein Wappen und keine Fahne durften Sinnbilder der Einigkeit sein.
Daß nicht noch einmal ein Aufruhr die Staaten in Unordnung brächte, schlossen die Träger der Kronen den ewigen Bund, dazu der Zar aller Reußen mit eigener Hand die Worte aufsetzte.
Die heilige Allianz hießen sie selber das Bündnis, als ob die Gestirne des Himmels, durch einen Ausbruch der Hölle gestört, nun wieder, durch Gottes Gnaden mit fürstlicher Würde beschienen, die ewige Bahn fänden.