Als Volksverführer wurden verfolgt, die dem Untertan lockende Bilder der Staatsbürgerschaft zeigten; als ein gefährliches Gift, in die Ohren und Herzen der Jugend geträufelt, wurde die Lehre verboten, daß über der Fürstengewalt das deutsche Vaterland sei.

Ernst Moritz Arndt

Die Farben der Burschenschaft waren die Farben der deutschen Zukunft geworden, schwarz, rot und golden sollten die Fahnen dem Vaterland wehen: aber nun kam der Geheimrat und wollte nicht länger das deutsche Vaterland dulden.

Die Burschenschaft wurde verboten, und ihre Farben, schwarz, rot und golden, wurden verfolgt als Zeichen böser Gesinnung; die Erhebung von gestern war die Empörung von heute geworden, die Heerrufer der Befreiung hießen Verbrecher.

Ein Heerrufer war Ernst Moritz Arndt wie keiner gewesen; dem rügischen Bauernsohn hatte die Luthersche Bibel mit ihren Sprüchen und Psalmen, mit ihrer Einfalt und Bilderkraft den Mund aufgetan.

Von den Franzosen verfolgt als der Freund des Freiherrn vom Stein, war er dem mächtigen Mann in Rußland ein treuer Begleiter, bis ihn das brausende Frühjahr über Tauroggen nach Königsberg rief, Herold der Volkserhebung und ihr hell klingender Mund zu heißen.

Er sang die Lieder, die mit der Landwehr nach Frankreich marschierten, er sagte der horchenden Zeit die Merkworte vaterländischer Tugend, er schrieb dem preußischen Volk den Katechismus der freien Staatsbürgergesinnung.

Nun lehrte sein hell klingender Mund in Bonn die rheinische Jugend, aber was einmal sein deutscher Ruhm war, das machte den tapferen Mann in Berlin bei den Schranzen verdächtig.

Sie schämten sich nicht ihrer Schande, sie schickten Ernst Moritz Arndt die Schergen ins Haus, sie sperrten den deutschen Mund ein wie einen Landstreicher und Roßdieb.

Sie klagten den Sänger der deutschen Befreiung des Hochverrats an, und als ihre Niedertracht nichts an der reinen Erscheinung vermochte, als sie den Mann freilassen mußten, versagten sie Ernst Moritz Arndt, dem Professor, dennoch sein Amt.