Der Weg der preußischen Baukunst führte erst weiter, als der Schlesier Langhans nach Berlin kam und der Straße Unter den Linden das Brandenburger Tor vorsetzte mit dorischen Säulen, aber in einer Wucht und Freiheit zugleich, die für diese Stelle gefühlt war.

Das Viergespann auf dem flachen Dach bildete Schadow, den sie später den alten Schadow nannten, der aber damals im Vollbesitz seiner derb-feinen Bildnerkunst war und in den köstlichen Standbildern Zietens und des alten Dessauer selber ein Doriker wurde.

Denn in dieser Zeit geschah das Wunder, daß die Kunst in Preußen den Weg zu sich selber zurückgelegt hatte, indem sie Natur zwar im Gesetz der Antike sah, aber mit eigenen Augen.

Als Friedrich Gilly, der Jüngling, lehrend und kühne Beispiele zeigend, das kurze Gastspiel seines Lebens gab, da schienen die Musen dem Preußentum zugeneigter, als sie es sonst im Reich waren.

Schinkel, sein Schüler, durfte die Hauptwache als das höchste Beispiel preußischer Baukunst hinstellen: Wiedergeburt der Antike aus eigener Vollmacht.

Als er den Lustgarten mit der Säulenhalle des alten Museums abgeriegelt und durch die Schloßbrücke mit der Prunkstraße Berlins verbunden hatte: da war die Flucht unter den Linden vom Brandenburger Tor bis zum Dom die schönste Straße in Deutschland und eine der schönsten der Welt.

Berlin

Während Weimar der deutsche Musenhof wurde und Jena sich rühmte, die Wiege der deutschen Romantik zu sein, blieb die Stadt an der Spree stumm; so volkstümlich der alte Fritz war, so abseits der deutschen Bildung stand der Spötter von Sanssouci.

Weder Lessing noch Winckelmann fanden ein Amt im preußischen Staat, dem der eine nach seiner Natur, der andere nach seiner Geburt angehörte; erst, als Berlin die Rüstkammer der vaterländischen Bewegung wurde, fing der deutsche Geist an, eine preußische Wohnung zu haben.

Fichte hielt seine Reden an die deutsche Nation in Berlin, und Heinrich von Kleist war der preußische Gegenwurf zu der Botschaft von Weimar.