Der König von Preußen war schon ein Greis; er machte in Ems seine Kur, als der Gesandte von Frankreich, Benedetti, ihm morgens über den Weg kam: er solle dem Kaiser versprechen, daß niemals mit seinem Willen ein Hohenzoller in Spanien König würde.
Das konnte kein König versprechen; und als der Gesandte den höflichen Greis am selben Tag weiter bedrängte, ließ er ihn wissen: der König von Preußen habe ihm nichts mehr zu sagen!
Durch Eisen und Blut sollten die Dinge geschehen! nun war die Stunde gekommen, da Deutschland dem Kanzler einstehen mußte für sein geharnischtes Wort.
Was keiner zu denken kühn genug war, das vermochte die Emser Depesche; sie war nur ein rascher Bericht nach Berlin; der Kanzler kürzte und klärte den Ton und gab ihn der Zeitung: da las der Deutsche mit Zorn und mit Stolz, wessen sich ein Gesandter von Frankreich vermaß, und wie ein deutscher König die Würde bewahrte.
Sie fühlten in Frankreich den Hieb, und rot brach die Flamme aus ihrem rauchenden Zorn: der Kanzler wollte den Krieg haben, sie wichen ihm nicht zurück und wollten die Antwort bald nach Berlin bringen.
Aber die Völker im Reich verstanden die Stunde: jetzt oder nie mußte das Vaterland sein! und was an den Höfen der Fürsten noch hemmte und zagte, war durch den brausenden Willen gezwungen.
Die Männer
Der König von Preußen kehrte von Ems zurück nach Berlin; das Volk jauchzte ihm zu als dem kommenden Kaiser; denn nun trennte kein Main mehr das Vaterland in Norden und Süden.
Wo im Norden und Süden ein deutsches Herz war, es spürte die Wende: lange genug hatten die Fürsten das feige Spiel mit Frankreich getrieben, wo eine deutsche Uneinigkeit war, hatte der Franzmann die Finger gerührt; nun aber sollte ein einiges Vaterland sein, und alle Augen sahen nach Preußen.